Zwischen Italien und Österreich
Nach Felssturz und Sperre: Plöckenpass wieder frei – doch die Gefahr bleibt
Aktualisiert:
von Joachim Vonderthann:newstime
Alpen-Gemeinde eröffnet Straße nur für Einheimische
Videoclip • 56 Sek • Ab 12
Nach rund 900 Tagen Sperre soll der Plöckenpass zwischen Kärnten und Friaul am 22. Mai wieder für Fahrzeuge freigegeben werden. Doch trotz der aufwendigen Sanierung bleibt die Lage heikel.
Das Wichtigste in Kürze
Nach einem schweren Felssturz im Dezember 2023 soll der Plöckenpass zwischen Österreich und Italien am 22. Mai wieder für Fahrzeuge geöffnet werden.
Trotz Sanierung für rund 30 Millionen Euro warnen Politiker weiter vor instabilen Hängen und neuen Felsstürzen.
Kommt es erneut zu einer Naturkatastrophe droht der alpinen Verbindung die endgültige Schließung.
Der Plöckenpass verbindet Kärnten in Österreich mit Friaul-Julisch-Venetien in Italien. Die kurvige Alpenstraße gilt als wichtige Route über den Karnischen Hauptkamm und ist für viele Menschen in der Grenzregion ein zentraler Verkehrsweg. Nach einer langen Sperre von rund 900 Tagen soll die Verbindung nun am 22. Mai wieder offiziell für Fahrzeuge geöffnet werden, wie Merkur.de berichtet. Über 3,5 Tonnen schwere Fahrzeuge müssen allerdings noch länger warten. Für diese soll es laut österreichischem Verkehrsclub ÖAMTC erst Ende Juli freie Fahrt heißen.
Auslöser der Sperre war ein schwerer Felssturz im Dezember 2023. Vor allem auf der italienischen Seite zogen sich die Sanierungsarbeiten über lange Zeit hin. Der Berghang musste gesichert werden, beschädigte Straßenstücke wurden erneuert und Schutzplanken ersetzt. Eine der wichtigsten Maßnahmen war die Verlängerung des Felssturztunnels in Haarnadelkurve 12, wo es durch den Felssturz besonders große Schäden gab.
Dem Plöckenpass droht die endgültige Schließung
Trotz der Wiedereröffnung bleibt die Sorge vor neuen Schäden groß. Stefano Mazzolini, Vizepräsident der Region Friaul-Julisch-Venetien, sagte der "Kronen Zeitung", Italien habe 30 Millionen Euro in die Sanierung der bestehenden Straße investiert. "Aber die Hänge bleiben instabil, die Berge arbeiten ständig weiter", fügte er hinzu. Sollte es zu einem weiteren großen Felssturz kommen, könnte das aber drastische Konsequenzen haben. "Wenn wir jetzt nichts tun, riskieren wir irgendwann die komplette Aufgabe des Plöckenpasses", warnte Mazzolini.
Tunnel oder neue Trasse könnten helfen - aber wer finanziert es?
Auch auf österreichischer Seite wird dem Bericht zufolge nach einer langfristigen Lösung gesucht. Laut ORF werden seit rund einem Jahr verschiedene Möglichkeiten für die Verbindung zwischen Österreich und Italien geprüft. Demnach gibt es zwei Varianten: einen Scheiteltunnel oder eine Alternativtrasse.
Noch ist aber offen, welche Lösung am Ende umgesetzt werden könnte. Laut Kärntens Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Ein zentrales Problem sei die Finanzierung. Weder Kärnten noch Friaul könnten ein solches Großprojekt allein bezahlen. Dafür brauche es die Unterstützung der jeweiligen Nationalregierungen. Selbst wenn eine Entscheidung bald fallen sollte, könnte die Umsetzung noch weitere 5 bis 15 Jahre dauern, so Gruber.
Verwendete Quellen:
Merkur.de: "Felssturzgefahr an Alpen-Grenzpass: Jetzt droht Italien mit dem endgültigen Ende der Verbindung"
ÖAMTC: "B110: Plöckenpass-Freigabe voraussichtlich am 22. Mai"
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