Spannungen auf dem Balkan
"Unbegründet": Kroatien weist serbische Reisewarnung zurück
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von Claudia Scheele:newstime
Dubrovnik greift gegen Massentourismus durch
Videoclip • 01:42 Min • Ab 12
Serbien warnt vor nicht notwendigen Reisen nach Kroatien und stuft das Land als Risiko ein. Kroatien weist dies als unbegründet zurück und betont seine Sicherheit.
Das Wichtigste in Kürze
Serbien stuft Kroatien in die Warnstufe Orange und rät von nicht notwendigen Reisen ab, vor allem organisierte Gruppenreisen und Sportreisen gelten als besonders riskant.
Kroatiens Tourismusminister Tonči Galvina hält die Warnung für "unbegründet" und betont, Kroatien sei "eines der sichersten Länder Europas".
Großbritannien und die Schweiz hatten bereits im Januar vor erhöhten Sicherheitsrisiken in Kroatien gewarnt, Reisende sollen in Städten und touristischen Zentren besonders aufmerksam sein.
Serbien rät seinen Bürger:innen aktuell von "nicht notwendigen Reisen" nach Kroatien ab. Das Land wird vom serbischen Außenministerium in die Warnstufe Orange eingestuft – die zweithöchste von vier Risikokategorien. In der Mitteilung heißt es, man solle "in der Kommunikation Vorsicht walten lassen und auf persönliche Sicherheit und Eigentum achten".
Besonders gewarnt wird vor öffentlichen Versammlungen und Orten, an denen "mit Provokationen" zu rechnen sei. Als "besonders risikobehaftet" stuft Belgrad organisierte Reisen ein, etwa Fahrten von Sportmannschaften, bei denen ein erhöhtes Konfliktpotenzial gesehen wird. Die Reisenden sollen Gedränge, hitzige Situationen und mögliche Auseinandersetzungen möglichst vermeiden.
Kroatien weist Warnung zurück
In Kroatien stößt die serbische Reisewarnung auf Unverständnis. Tourismusminister Tonči Galvina erklärte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender Hrvatska Radiotelevizija, er könne die Entscheidung nicht nachvollziehen. Die Sorge des serbischen Ministeriums sei "unbegründet".
Galvina verweist auf stabile Zahlen im Tourismus: Die Übernachtungen serbischer Gäste seien in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen. Außerdem arbeiteten rund 20.000 serbische Staatsbürger:innen in der kroatischen Tourismusbranche. Daraus leitet der Minister ab, dass die Empfehlung aus Belgrad kaum praktische Folgen haben werde.
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Kroatien: "Eines der sichersten Länder Europas"
Der kroatische Tourismusminister betonte zudem, Kroatien gehöre zu den sichersten Ländern Europas. Mit Blick auf die angespannte Lage im Nahen Osten – unter anderem nach Luftangriffen in der Region, die auch Reisewege beeinflussen – sagte Galvina, diese Entwicklungen hätten keinen Einfluss auf die Sicherheitslage im Land.
Bereits Mitte Januar hatten jedoch Großbritannien und die Schweiz ihre eigenen Reise- und Sicherheitshinweise für Kroatien verschärft. Als Gründe wurden erhöhte Sicherheitsrisiken, darunter eine generelle Terrorgefahr und eine Zunahme von Kleinkriminalität, genannt. Reisende wurden aufgerufen, insbesondere in größeren Städten und touristischen Hotspots besonders aufmerksam zu sein.
Was Reisende jetzt beachten sollten
Für Urlauber:innen aus Deutschland ändert sich durch die serbische Reisewarnung zunächst nichts direkt. Sie zeigt aber, dass die Sicherheitslage auf dem Balkan derzeit aufmerksam beobachtet wird – nicht nur wegen regionaler Spannungen, sondern auch wegen internationaler Krisen.
Reisende sollten daher die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts prüfen, größere Menschenansammlungen meiden und auf ihre Wertsachen achten – wie in anderen beliebten Urlaubsregionen auch. Wer aus Serbien nach Kroatien reist oder umgekehrt, sollte sich zusätzlich bei den nationalen Behörden und Reiseveranstalter:innen informieren, ob es neue Auflagen oder Empfehlungen gibt.
Verwendete Quellen:
Kurier.at: ""Auf persönliche Sicherheit achten": Serbien spricht Reisewarnung für Kroatien aus"
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