Rötlich-braune Ablagerungen

April-Wetter: Saharastaub sorgt für Blutregen über Deutschland

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Sandsturm auf Urlaubsinsel Kreta

Videoclip • 27 Sek • Ab 12


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Über Deutschland liegt zu Wochenbeginn eine ausgeprägte Staubwolke aus der Sahara, die für sogenannten Blutregen sorgt. Vor allem am Montag und Dienstag kann es in mehreren Regionen zu rötlich-braunen Ablagerungen und schlechterer Luftqualität kommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland ist am Montag im Westen und Südwesten, am Dienstag im Norden und Osten Blutregen möglich.

  • Der Saharastaub verschlechtert vorübergehend die Luftqualität, zieht aber ab Mittwoch allmählich ab.

  • Das sandige Wetter-Phänomen kommt hierzulande gar nicht mal so selten vor.

Sahara-Staubwolke bringt Phänomen Blutregen mit sich

Am Montag und Dienstag liegt eine große Staubwolke aus der Sahara über Deutschland. In Verbindung mit Regen führt sie zu sogenanntem Blutregen, bei dem sich Staub und Niederschlag mischen und als rötlich-brauner Film auf Autos, Fensterscheiben und Straßen sichtbar werden.

Am Montag ist Blutregen besonders im Westen und Südwesten Deutschlands möglich, wie "Focus Online" berichtet. Vom Niederrhein über das Rheinland bis nach Baden-Württemberg regnet es immer wieder, auch am Alpenrand sind Schauer vorhergesagt. In diesen Gebieten kann sich der Staub mit dem Regen verbinden und anschließend als deutlich sichtbare Schicht zurückbleiben. Am Dienstag verlagert sich das Regengebiet und damit auch das Blutregen-Risiko nach Norden und Osten.

Staubwolke reicht von Skandinavien bis zum Mittelmeer

Am Dienstag reicht das Regengebiet nach aktuellen Prognosen von Schleswig-Holstein bis nach Bayern und zieht im Tagesverlauf weiter nach Osten. Damit kann es auch im Norden und Osten Deutschlands, etwa in Berlin, zu Blutregen kommen. Insgesamt bleibt das Phänomen damit an beiden Tagen ein Thema, bevor sich die Lage zur Wochenmitte beruhigt.

Die aktuelle Staubwolke beschränkt sich dem Bericht zufolge nicht auf Deutschland. Nach Modellberechnungen dehnt sich der Saharastaub am Dienstag bis nach Skandinavien aus und reicht zeitweise bis nach Oslo. In Südschweden – etwa rund um Malmö – kann es bei Regen deshalb ebenfalls zu Staubablagerungen kommen, wie "Focus Online" weiter berichtet.

Besonders betroffen ist demnach der Süden Europas. Zwischen Mallorca und Rom sind laut Berechnungen des Barcelona Dust Centers besonders hohe Staubkonzentrationen in der Luft, gleichzeitig fällt dort kräftiger Regen. In einem breiten Streifen von den Balearen über Italien bis in die Alpen wird deshalb massiver Blutregen erwartet. In Italien und später auch in Griechenland hält die Staublage nach diesen Prognosen noch die ganze Woche an.

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Wie entsteht Blutregen?

Saharastaub in der Luft ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Mitteleuropa kein ungewöhnliches Ereignis. In der größten Trockenwüste der Welt in Nordafrika werden bei bestimmten Wetterlagen feine Partikel aufgewirbelt und vom Wind Tausende Kilometer nach Norden getragen – vor allem im Frühjahr und im Herbst. Laut DWD erreichen solche Staubpartikel Europa im Jahr etwa 5- bis 15-mal.

Der sogenannte Blutregen entsteht, wenn diese Staubpartikel auf eine Regenfront treffen. Die Tropfen nehmen den Staub in der Luft auf und transportieren ihn nach unten. Trifft der Regen auf Autos, Fenster oder Böden, bleibt der Staub nach dem Abtrocknen als rötlich-braune Schicht zurück. Die auffällige Farbe erinnert an Blut und ist namensgebend für das Wetterphänomen. Was Autofahrer:innen beim Entfernen des Saharastaubs unbedingt beachten sollten, liest du hier.


Verwendete Quellen:

Focus Online: "Blutregen trifft jetzt auch auf Deutschland"

Nachrichtenagentur dpa

DWD

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