Herkunft unklar

Rätselhafter Fund im All: Gigantischer Eisenbalken im Ringnebel überrascht Forschende

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von Benedikt Rammer

Im Ringnebel des Weltalls wurde ein riesiger Balken aus Eisen (rot) entdeckt.

Bild: via REUTERS


Im berühmten Ringnebel haben Wissenschaftler:innen einen gigantischen Eisenbalken entdeckt, der hundertmal größer als die Umlaufbahn des Pluto ist. Die Entdeckung wirft neue Fragen über die Herkunft des Eisens und die Struktur des Nebels auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Forscher:innen haben im Ringnebel eine gigantische Eisenstruktur entdeckt.

  • Der Eisenbalken enthält so viel Masse wie der Mars und ist hundertmal größer als die Umlaufbahn des Pluto.

  • Die Herkunft des Eisens bleibt unklar – neue Beobachtungen sollen für Klarheit sorgen.

Der Ringnebel, eines der bekanntesten Objekte am Nachthimmel, birgt ein erstaunliches Geheimnis: Forscher:innen der UCL (University College London) und der Cardiff University haben im Zentrum des Nebels eine gigantische Eisenstruktur entdeckt. Davon berichtet die "Bild"-Zeitung. Der Balken, der sich durch das Innere des Nebels zieht, enthält so viel Eisen wie der Mars an Masse besitzt und ist etwa hundertmal größer als die Umlaufbahn des Pluto. Diese beeindruckende Entdeckung wurde mit einem neuen Instrument möglich gemacht, das den Ringnebel präziser kartieren konnte als jemals zuvor.

Der Ringnebel, auch bekannt als Messier 57 oder NGC 6720, wurde bereits 1779 vom französischen Astronomen Charles Messier entdeckt. Er entstand am Ende des Lebens eines Sterns, der seine äußeren Schichten ins Weltall schleuderte und dabei die markante ringförmige Struktur hinterließ. Astronom:innen vermuten, dass auch unsere Sonne in einigen Milliarden Jahren ein ähnliches Schicksal erleiden könnte. Die Struktur des Nebels ist vorwiegend von leuchtendem Sauerstoff geprägt, doch tief im Zentrum wurde nun eine schmale, balkenförmige Wolke aus vierfach ionisierten Eisenatomen entdeckt.

Neues Instrument liefert bahnbrechende Erkenntnisse

Die Entdeckung gelang den Wissenschaftler:innen mithilfe des WHT Enhanced Area Velocity Explorer (WEAVE), einem innovativen Instrument, das auf dem William-Herschel-Weltraumteleskop montiert ist. Der Schlüssel zum Erfolg lag in einem speziellen Modus von WEAVE, der es ermöglicht, Licht aus hunderten Punkten des Nebels zu sammeln und in seine Wellenlängen zu zerlegen. Dadurch konnten erstmals alle optischen Farben des Ringnebels gleichzeitig analysiert werden. Diese Technik offenbarte die bislang unbekannte Eisenstruktur im Inneren des Nebels.

Professor Janet Drew vom Fachbereich Physik und Astronomie der UCL erklärte: "Wir müssen auf jeden Fall mehr wissen – insbesondere, ob neben dem neu entdeckten Eisen noch andere chemische Elemente vorhanden sind, da uns dies wahrscheinlich Aufschluss darüber geben würde, welche Modellklasse wir verfolgen sollten."

Rätsel um die Herkunft des Eisens

Die Herkunft des riesigen Eisenbalkens bleibt jedoch ein Rätsel. Die Forscher:innen untersuchen laut "Bild"-Zeitung derzeit verschiedene Theorien. Eine Möglichkeit ist, dass die Struktur Hinweise darauf liefert, wie der sterbende Stern seine Materie abgestoßen hat. Eine andere, spekulativere Idee besagt, dass das Eisen Teil eines gekrümmten Plasma-Bogens sein könnte, der durch das Verdampfen eines Gesteinsplaneten während einer früheren Ausdehnung des Sterns entstanden ist.

Um die genauen Umstände zu ergründen, plant das Forschungsteam weitere Beobachtungen mit höherer spektraler Auflösung. Diese könnten helfen, zusätzliche chemische Elemente in der Struktur zu identifizieren und somit die Herkunft des Eisens zu klären.


Verwendete Quellen:

"Bild"-Zeitung: "Mysteriöser Eisenklumpen im All entdeckt"

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