Massiver Personaleinsatz
Gelsenkirchener Sparkassen-Coup: Tausende Sonderschichten für Polizisten
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von Christopher Schmitt:newstime
Gelsenkirchen-Beute bis zu 100 Mio. wert (5. Januar)
Videoclip • 34 Sek • Ab 12
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen arbeiteten Ermittler monatelang am Limit. So groß war der personelle Aufwand wirklich.
Das Wichtigste in Kürze
Nach dem Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen leisteten Polizist:innen in NRW laut Innenministerium insgesamt 4.491 Zwölf-Stunden-Schichten.
Der enorme Aufwand sei durch monatelange Ermittlungen entstanden.
Politisch wird nun diskutiert, ob für solche Großeinsätze dauerhaft spezialisiertes Personal nötig ist.
Die Belastung ist groß – und jenseits der Belastungsgrenze? Nach dem aufsehenerregenden Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen haben Polizeibeamt:innen in Nordrhein-Westfalen außergewöhnlich viele Überstunden aufgebaut. Wie aus einem Papier des NRW-Innenministeriums für den Düsseldorfer Landtag hervorgeht, sind im Zuge der Ermittlungen insgesamt 4.491 Zwölf-Stunden-Schichten angefallen.
Nach Angaben der Polizei hätten die Sonderschichten ein breites Spektrum an Aufgaben umfasst. Dazu hätten unter anderem die aufwendige Beweissicherung sowie die Asservierung zahlreicher Gegenstände aus Tresor- und Archivräumen gehört. Auch Zeugen- und Geschädigtenvernehmungen sowie die Auswertung eingegangener Hinweise seien Teil der zusätzlichen Belastung gewesen. Besonders zeitintensiv sei die Sichtung und Dokumentation von zehntausenden Gegenständen im verwüsteten Tresorraum gewesen.
Kommission "Kernbohrer" ermittelt weiter
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte bereits wenige Wochen nach der Tat erklärt, es werde im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr und an sieben Tagen pro Woche ermittelt. Zeitweise hatte eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) mit bis zu 350 Ermittler:innen gearbeitet. Im März wurde diese Struktur in eine Ermittlungskommission mit dem Namen "Kernbohrer" überführt. Eine Sprecherin der Gelsenkirchener Polizei erklärte, die "Schwerpunkte liegen weiterhin auf der Geschädigtenvernehmung, Auswertung von Spuren und Prüfung von Zeugenhinweisen". Weitere Details könne man aus taktischen Gründen derzeit nicht nennen.
Anfrage zu Zwölf-Stunden-Schichten
Politisch ausgelöst wurde die Debatte über die langen Dienste durch eine Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag. Die Abgeordnete Christina Kampmann wollte wissen, in welchen Fällen die umstrittenen Zwölf-Stunden-Schichten seit 2024 angewendet worden seien. Laut Antwort des Innenministeriums habe es neben dem Gelsenkirchener Einbruch nur einen weiteren Anlass gegeben: die Anschlagsgefahr in Essen im Jahr 2025. Damals seien im Zusammenhang mit einem Terrorverdacht 1.781 solcher Schichten angefallen – deutlich weniger als beim Sparkassen-Coup.
Kampmann forderte laut ihrer Stellungnahme, ernsthaft zu prüfen, ob für wiederkehrende Großeinsätze dauerhaft spezialisiertes Personal vorgehalten werden müsse. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die reguläre kriminalpolizeiliche Arbeit weiter geschwächt werde.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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