Buckelwal in der Ostsee

Nach Obduktion von Timmy: Robert Marc Lehmann erhebt schwere Vorwürfe

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Wal Timmy: Weibchen gibt Rätsel auf

Videoclip • 29 Sek • Ab 12


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Wochenlang galt der gestrandete Buckelwal Timmy als junger Walbulle. Die Obduktion auf der dänischen Insel Anholt brachte nun jedoch ein überraschendes Ergebnis. Das Tier war ein Weibchen. Meeresbiologe Robert Marc Lehmann zeigt sich irritiert und stellt die bisherigen Angaben zum Geschlecht des Wals öffentlich infrage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Obduktion ergab, dass Buckelwal Timmy ein Weibchen war.

  • Zuvor war wochenlang von einem männlichen Tier ausgegangen worden.

  • Meeresbiologe Robert Marc Lehmann fordert Aufklärung über die widersprüchlichen Angaben.

Der Tod von Buckelwal Timmy wirft auch nach der Obduktion weiter Fragen auf. Zwar untersuchten Fachleute der Universität Kopenhagen den Kadaver des Tieres auf der dänischen Insel Anholt, eine eindeutige Todesursache konnten sie jedoch nicht feststellen. Neue Diskussionen gibt es stattdessen um eine andere Erkenntnis: Der Wal war ein Weibchen.

Diese Feststellung überrascht viele Beobachter:innen. Während des wochenlangen Rettungseinsatzes in der Ostsee war immer wieder von einem jungen Walbullen die Rede gewesen. Auch in Medienberichten und offiziellen Stellungnahmen wurde das Tier als männlich bezeichnet.

Lehmann zweifelt an früheren Angaben

Meeresbiologe und Umweltaktivist Robert Marc Lehmann, der selbst an Rettungsversuchen beteiligt war, zeigt sich über die neuen Erkenntnisse verwundert. In einem YouTube-Video erklärte er, dass ihm während des Einsatzes mitgeteilt worden sei, das Geschlecht sei bereits per DNA-Probe bestimmt worden.

"Es wurde eine DNA-Probe bei dem festgesteckten Wal vor Poel entnommen, von einer Tierärztin. Die wurde eingeschickt, untersucht und da wurde festgestellt, dass es sich um ein Männchen handelt. Das wurde mir gesagt", berichtet Lehmann in seinem Video.

Dass die Obduktion nun eindeutig ein Weibchen ergeben habe, könne er deshalb nicht nachvollziehen. "Wie zum Teufel kann es dann sein, dass die Wissenschaftler das Tier aufschneiden und das ist eindeutig ein Weibchen?", fragt der Biologe.

Er wolle wissen, ob tatsächlich eine DNA-Probe entnommen wurde, wo diese untersucht wurde und welches Ergebnis dabei herauskam. Bislang habe er darauf keine Antworten erhalten.

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Wal Timmy: "Da wurde gelogen!"

Lehmann findet deutliche Worte. "Das finde ich komisch. Da wurde gelogen – oder irgendwas versaubeutelt. Das verstehe ich nicht so richtig", erzählt er sichtlich schockiert.

Ob tatsächlich eine DNA-Analyse durchgeführt wurde, ist derzeit unklar. Bekannt ist jedoch, wie die Annahme entstand, bei "Timmy" handle es sich um ein männliches Tier. Demnach hatte der von der privaten Rettungsinitiative hinzugezogene Walexperte Jeffrey Foster die Einschätzung geäußert, der Wal sei ein Bulle. Ausschlaggebend sollen Laute gewesen sein, die das Tier von sich gab.

Hintergrund der Annahme? Buckelwale sind für ihre Gesänge bekannt. Diese werden während der Paarungszeit in der Regel von männlichen Tieren genutzt, um Weibchen anzulocken.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus bezog sich damals auf diese Einschätzung und fragte bei einer Pressekonferenz: "Wie viele Strophen singt er?"

Auch in den News:

Inzwischen gibt es jedoch Zweifel an dieser Interpretation. Walexperte Martin Ritter erklärte gegenüber der "Bild", die Geräusche des Tieres seien vermutlich keine Gesänge gewesen: "'Timmy' hat vokalisiert. Das war kein Gesang, sondern das waren wahrscheinlich Klagerufe", sagte Ritter.

Damit bleibt die Geschichte des Buckelwals auch nach seinem Tod von offenen Fragen begleitet. Während die Ergebnisse weiterer Gewebeuntersuchungen erst in einigen Monaten erwartet werden, sorgt bereits jetzt die Verwirrung um das Geschlecht des Tieres für neue Diskussionen.


Verwendete Quellen:

Merkur.de: "Robert Marc Lehmann sieht Obduktionsergebnisse zu Buckelwal "Timmy" und tobt: 'Da wurde gelogen'"

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