"Kein zufälliges Aufeinandertreffen"

Nach Tod eines 15-Jährigen in Eckernförde: Tatverdächtiger in Bremen festgenommen

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

17:30 SAT.1 Hamburg und Schleswig-Holstein

15-Jähriger stirbt nach gewaltsamem Streit in Eckernförde (12. März)

Videoclip • 01:17 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Ein Mann aus Bremen wurde im Zusammenhang mit der Tat festgenommen. Noch ist wenig bekannt. Die Polizei bat Zeug:innen um Hinweise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Polizei hat einen 23-jährigen Deutschen aus Bremen festgenommen, weil gegen ihn "der dringende Tatverdacht des Totschlags" besteht.

  • Ein 15-Jähriger war nach einer Auseinandersetzung auf einem Supermarktparkplatz in Eckernförde am 11. März tot aufgefunden worden.

  • Die Polizei sieht die Tat als Einzelfall, der nicht dafür spreche, dass die Gegend rund um den Supermarkt gefährlich sei.

Die Polizei hat am Montagnachmittag (16. März) im Fall des getöteten Jugendlichen aus Eckernförde einen tatverdächtigen Mann festgenommen. Gegen den 23-jährigen Deutschen aus Bremen bestehe "der dringende Tatverdacht des Totschlags zum Nachteil des Jugendlichen", so die Pressemeldung der Polizeidirektion und Staatsanwaltschaft Kiel.

Ein Haftrichter des Amtsgerichts Bremen erließ einen Untersuchungshaftbefehl. Der Verdächtige befinde sich nun in einer Justizvollzugsanstalt.

- Anzeige -
- Anzeige -

Viele Fragen offen

Was genau sich am vergangenen Mittwochabend (11. März) auf dem Supermarktparkplatz im schleswig-holsteinischen Eckernförde abgespielt hat, ist noch unklar. Das 15-jährige Opfer starb nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit mehreren Menschen auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Sauersgang.

Kurz nach dem Streit soll laut Zeug:innen ein Auto davongefahren sein. Der Jugendliche wurde drei Kilometer vom Tatort entfernt gefunden. Wie er dorthin gelangt war, ist nicht gewiss. Versuche, ihn auf dem Weg zum Krankenhaus wiederzubeleben, scheiterten.

Weshalb der 23-jährige Bremer verdächtigt wird, gab die Polizei noch nicht bekannt. "Es ist aber kein zufälliges Aufeinandertreffen gewesen", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung und rechtskräftigen Verurteilung von Tatbeteiligten führen.

Auch in den News:

Sauersgang: ein gefährlicher Ort?

Wegen der Tat ist der Bereich Sauersgang in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Die Polizei betont, dass dieser in der jüngeren Vergangenheit nicht als kriminalitätsbelasteter Schwerpunkt eingestuft war.

Einen Monat lang galt der Sauersgang 2022 vorübergehend als "Kontrollort". Die Polizei erklärt, dass "eine damalige Häufung von Straftaten, insbesondere Körperverletzungen, Bedrohungen, Nötigungen sowie Sachbeschädigungen bis hin zu einzelnen Raubdelikten" der Grund dafür war. Schon bald habe sich herausgestellt, dass sich die Situation vor Ort stabilisiert habe.

Seitdem habe es "keine belastbaren Erkenntnisse oder statistischen Hinweise" gegeben, die eine erneute Kontrolle gerechtfertigt hätten. Der Tod des Jugendlichen sei ein Einzelfall, der nach Ansicht der Polizei keine veränderte kriminalitätsbelastete Lage erkennen lasse.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken