Militäreinsatz
Mexikos Drogenboss "El Mencho" getötet: Was hat Trump damit zu tun?
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Mexiko: Chaos nach Tod von Drogenboss
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Mexikos Drogenboss Nummer eins ist bei einem Miliäreinsatz ums Leben gekommen. Washington begrüßt den Tod von "El Mencho". Doch wie stark waren die USA in die Operation eingebunden? Eine Spurensuche.
Das Wichtigste in Kürze
Der mexikanische Kartellchef "El Mencho" ist bei seiner versuchten Festnahme getötet worden.
Die Trump-Regierung bestätigt offiziell, den mexikanischen Behörden geholfen zu haben.
Über die genaue Unterstützung herrscht offiziell Stillschweigen, doch es gibt erste Hinweise.
Bei einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme ist der mächtige Anführer eines mexikanischen Drogenkartells zu Tode gekommen, was landesweit eine Welle der Gewalt ausgelöst hat. In mehreren Bundesstaaten steckten Anhänger des Drogenbosses namens Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" Autos, Banken, Tankstellen oder Läden in Brand und blockierten zahlreiche Straßen.
Die US-Regierung von Donald Trump hatte den Druck auf Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zuletzt massiv erhöht, härter gegen den Schmuggel des synthetischen Opioids Fentanyl vorzugehen. Washington hatte das extrem gewalttätige Drogenkartell von "El Mencho" als ausländische Terrororganisation eingestuft. Doch wie groß war die Rolle der USA beim Einsatz gegen Mexikos Drogenboss Nummer eins?
Haben die USA bei der Operation gegen "El Mencho" geholfen?
Die USA hatten die mexikanische Regierung bei der Operation mit Geheimdienstinformationen unterstützt, wie Karoline Leavitt, die Sprecherin von Präsident Trump, in einem Post auf X schrieb. Die Vereinigten Staaten hätten geheimdienstliche Informationen geliefert. ""El Mencho" war als einer der größten Fentanyl-Schmuggler in unser Land ein Hauptziel der mexikanischen und der US-amerikanischen Regierung", erklärte Leavitt.
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Was sagt Washington zum Tod des Drogenbosses?
Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf "El Mencho" ausgesetzt. Auch US-Vizeaußenminister Christopher Landau, der zuvor Botschafter in Mexiko war, begrüßte den Tod Osegueras. Einer der "blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse" sei getötet worden, schrieb er auf X. "Das ist eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen".
Wie sah die Hilfe der Trump-Regierung konkret aus?
Wie die US-Unterstützung bei der Operation genau aussah, darüber äußerten sich die offiziellen Stellen in Washington nicht. Die "Washington Post" berichtete derweil unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Verteidigungsbeamten, dass das mexikanische Militär die Operation "von einer gemeinsamen US-mexikanischen Task Force aus durchgeführt" habe. Diese arbeite regelmäßig mit dem mexikanischen Militär über Nördliche Kommando der Vereinigsten Staaten (NORTHCOM) zusammen, das die amerikanischen Operationen in beiden Ländern überwacht.
Wie reagieren Pentagon und NORTHCOM?
Das Pentagon und des NORTHCOM wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Sie erklärten laut dem US-Nachrichenportal Axios am Sonntag (22. Februar) in E-Mails, sie hätten "keine Informationen zu dieser Angelegenheit" und fügten hinzu: „Dies war eine mexikanische Militäroperation. Für weitere Informationen verweisen wir Sie an die mexikanische Regierung.”
Wie geht es weiter zwischen Mexiko und den USA?
Sheinbaum kündigte an, die Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Kartelle zu verstärken. Zugleich pochte sie auf die Souveränität Mexikos und warnte vor einseitigen militärischen Aktionen des Nachbarn. Im Januar, nachdem die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefangen genommen hatten, warf Trump dem Nachbarland Mexiko vor, die Kartelle würden dort regieren. In diesem Zusammenhang kündigte er ein härteres Eingreifen an.
FAQ: Drogenkrieg in Mexiko
Die meisten touristischen Regionen (z.B. Cancún, Playa del Carmen, Puerto Vallarta) gelten als relativ sicher, wenn man sich an gängige Vorsichtsmaßnahmen hält. Gefährlich wird es vor allem in Grenzregionen, abgelegenen ländlichen Gebieten und bestimmten Großstadtvierteln, wo Kartelle aktiv sind. Reisende sollten sich vor Ort über die aktuelle Sicherheitslage informieren und offizielle Reisewarnungen (z.B. Auswärtiges Amt) beachten.
Kartelle kontrollieren in manchen Regionen große Teile der Wirtschaft, Politik und lokalen Strukturen. Sie finanzieren sich durch Drogenhandel, Erpressung, Menschenhandel und legale Geschäfte. Viele Mexikaner:innen leben unter dem Einfluss von Gewalt, Korruption und Straflosigkeit – gleichzeitig gibt es starke zivilgesellschaftliche Bewegungen, die für Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit kämpfen.
Mexiko ist einer der größten Produzenten von synthetischen Drogen wie Fentanyl und Methamphetamin weltweit. Daneben werden Marihuana, Heroin (aus Schlafmohn) und Kokain (meist aus Südamerika durchgeschleust) gehandelt. Besonders Fentanyl ist in den USA für eine dramatische Überdosis-Krise mitverantwortlich – die Hauptabnehmer der mexikanischen Kartelle sitzen überwiegend in Nordamerika.
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Verwendete Quellen:
AXIOS: "Mexico killed "El Mencho." Here's how and what we know about U.S. role"
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
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