Herkunft noch ungeklärt
Schwarze Klebe-Klumpen verschmutzen Ostseestrand
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Mammutprojekt unter der Ostsee
Videoclip • 01:52 Min • Ab 12
Kilometerlang sind an der Ostseeküste in Polen massenhaft schwarze, klebrige Klumpen angespült worden. Was bisher über die rätselhafte Strand-Verschmutzung bekannt ist.
Das Wichtigste in Kürze
Ein 50 Kilometer langer Strandabschnitt an der polnischen Ostsee ist aus bislang ungeklärter Ursache verschmutzt.
Die Herkunft der schwarzen, klebrigen Klumpen wird derzeit ermittelt.
Ob die Verschmutzung Folgen für das Ökosystem der Ostsee hat, ist ebenfalls noch unklar.
Entlang der polnischen Ostsee-Küste zwischen den Badeorten Rowy und Wicie sammeln Einsatzkräfte seit Tagen mysteriöse dunkle Klumpen am Strand auf. Wie die "Bild"-Zeitung meldet, hatten Spaziergänger:innen am 26. September die Verschmutzung entdeckt und gemeldet.
Dem Bericht zufolge steht bislang lediglich fest, dass die schwarzen Klumpen Erdöl-Bestandteile enthalten. Woher sie stammen, sei jedoch nach wie vor nicht geklärt.
Behörde stuft Klumpen als Sondermüll ein
Die Leiterin des Seefahrtsamts in Słupsk, Anna Sędzińska, hält es für denkbar, dass die Ursache niemals gefunden wird. "Die Ermittlungen laufen, aber nach meiner Einschätzung werden sie ohne die Identifizierung eines Verantwortlichen enden", so Anna Sędzińska.
Der Behörde zufolge ist die eindeutige Bestimmung wegen Verunreinigungen der Proben nicht möglich. Ein kurzfristiger Kontakt mit der Substanz stelle jedoch keine Gefahr für die Gesundheit dar. Trotzdem werde sie als gefährlicher Abfall und damit als Sondermüll eingestuft.
Auch in den News:
Aufwendige Bergung des mysteriösen Materials
Das Seeamt im polnischen Słupsk veröffentlichte "Express.de" zufolge eine Warnung, dass Badegäste die Substanz nicht anfassen sollen. Insgesamt seien bisher rund 2.100 Kilogramm verschmutztes Material mit Schaufeln, Harken und Sieben in Spezialsäcke eingesammelt und ins Seeamt gebracht worden. Die meisten Strandabschnitte seien wieder sauber und freigegeben, sollen aber von Zeit zu Zeit kontrolliert und gegebenenfalls nachgereinigt werden.
Direktorin Sędzińska rechnet dem Bericht zufolge damit, dass die Ostsee noch mehr anspült: "Wir gehen davon aus, dass diese Substanz hier und da auch später noch auftauchen kann, das Meer kann sie noch anspülen. Wir werden die Lage beobachten. Ich denke, noch einige Wochen lang. Erst danach, wenn wir die Menge des gesammelten Abfalls kennen, suchen wir einen Betrieb, der ihn entsorgt. Bis dahin bleibt er auf unserem Gelände."
Folge einer illegalen Reinigung von Schiffstanks auf See?
Wie es in dem Bericht der "Bild"-Zeitung weiter heißt, fragen sich in sozialen Netzwerken viele Anwohner:innen und Urlauber:innen, woher die rätselhafte Verschmutzung stammt und wer dafür verantwortlich ist. Einige berichten, dass die klebrige Masse kaum von Schuhen und Kleidung zu entfernen sei.
Vermutet wird unter anderem, dass die Umweltverschmutzung durch die unerlaubte Reinigung von Schiffstanks auf See verursacht worden sein könnte. Die Behörden haben "Bild" zufolge sogar auf einem Schiff Proben entnommen. Ein Zusammenhang habe sich bislang jedoch nicht nachweisen lassen.
Verwendete Quellen:
bild.de: "Mysteriöse Klumpen aus der Ostsee angespült"
express.de: "Warnung vor Klümpchen an der Ostsee – Strände gesperrt"
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