Protest für Tierschutz
Affen sollen getötet werden: Tierschützer ketten sich in Nürnberg im Zoo an
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von dpaAus Protest gegen die geplante Tötung gesunder Paviane im Nürnberger Tiergarten haben sich Tierschutzaktivisten vor dem Gehege der Primaten angekettet.
Bild: Daniel Karmann/dpa
Der Nürnberger Tiergarten will gesunde Paviane töten, weil es im Gehege zu voll ist. Das wollen Tierschützer verhindern - und schreiten zur Tat.
Aus Protest gegen die geplante Tötung gesunder Paviane im Nürnberger Tiergarten haben sich Tierschutzaktivisten vor dem Gehege der Primaten angekettet. "Durch die geplante Paviantötung schafft der Tiergarten einen Präzedenzfall, der es weiteren Zoos ermöglichen wird, künftig nach Belieben gesunde Primaten zu töten, was bisher nicht erlaubt ist", begründete Emilia Schüler von der Organisation Animal Rebellion die Aktion. Dies sei "nicht nur ein Rückschritt im Tierschutz, sondern eine absolute Grenzüberschreitung".
Den Angaben zufolge verlief der Protest der insgesamt sechs mit Transparenten ausgestatteten Menschen zunächst friedlich. "Das Besucheraufkommen im Tiergarten ist heute auch relativ überschaubar", sagte ein Sprecher.
Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs
Fünf der Protestierenden hatten sich nach Angaben der Polizei an das Geländer des Geheges gekettet. Zunächst hätten sie jegliche Kommunikation mit den Einsatzkräften verweigert und seien der Aufforderung des Tiergartenleiters nicht nachgekommen, den Ort zu verlassen oder eine Versammlungsfläche außerhalb des Geländes zu nutzen. Da der allgemeine Publikumsverkehr kaum gestört worden sei, habe die Polizei nach Rücksprache mit dem Tiergarten zunächst auf die Anwendung von Zwangsmitteln verzichtet.
Die nicht angekettete Teilnehmerin beendete demnach am Nachmittag ihren Protest und wurde sie vorübergehend festgenommen. Gegen 18.45 Uhr hätten schließlich auch die übrigen fünf Personen die Schlösser freiwillig gelöst, nachdem die Polizei angekündigt hatte, andernfalls die Feuerwehr hinzuziehen und die Kosten in Rechnung stellen zu wollen.
Nach Feststellung ihrer Personalien hätten sie einen Platzverweis erhalten und seien anschließend entlassen worden. Gegen die sechs Personen werde nun wegen Hausfriedensbruchs ermittelt, zudem würden mögliche Verstöße gegen das Versammlungsrecht geprüft.
Zu wenig Platz in der Anlage - und keine Abnehmer für die Paviane
Der städtische Zoo hatte im Februar 2024 bekanntgegeben, einige seiner Guinea-Paviane töten zu wollen, weil die Gruppe zu groß für die Anlage geworden sei. Dadurch komme es verstärkt zu Konflikten, bei denen sich die Tiere verletzten. Der Tiergarten versucht nach eigenen Angaben seit vielen Jahren erfolglos, die Größe der Guinea-Paviangruppe zu reduzieren und Tiere abzugeben.
"Statt weiterhin konzeptlos Tiere in Zooszu züchten und sie einzusperren und irgendwann zu töten, müssen Zoos den einzig sinnvollen Artenschutz betreiben, indem sie die Lebensräume bedrohter Tierarten schützen und erhalten", erläuterte Schüler die Sicht der Tierschützer. Niedliche Tierbabys gälten in Zoos als Publikumsmagnet – doch viele neu geborene, lebensfähige Tiere würden als sogenannte "Überschusstiere" getötet.
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