Nicht der einzige Geld-Streit
Drama um "Timmy": Helfer reicht Millionenklage ein
Veröffentlicht:
von Momir Takac:newstime
Wal-Rettung: Tauchfirma fordert Millionen
Videoclip • 55 Sek • Ab 12
Buckelwal "Timmy" ist seit Monaten tot, doch seine umstrittene Rettung hallt nach. Zwischen mehreren Beteiligten ist ein Streit um Geld entbrannt.
Das Wichtigste in Kürze
Die Rettungsaktion von Buckelwal "Timmy" war nicht von Erfolg gekrönt und teuer.
Jetzt fordert einer der Helfer mehr als eine Million Euro von Walter-Mommert.
Es ist nicht der einzige Streit um Geld.
Buckelwal "Timmy" ist längst tot, doch sein kostspieliger Rettungsversuch hat ein juristisches Nachspiel. Es geht um Geld. Der Tauchunternehmer Fred Babbel hat jetzt Millionärin Karin Walter-Mommert verklagt. Gegenstand der Klage beim Landgericht Schwerin ist eine nicht beglichene Schlussrechnung in Höhe von 1,3 Millionen Euro, wie die "Ostsee-Zeitung" berichtet.
Nach "Timmy"-Rettungsaktion: Helfer fordert Millionensumme von Walter-Mommert
Tauchunternehmer Babbel war bei der Bergung als technischer Dienstleister tätig. Er stellte eigenes Personal, erarbeitete Bergungskonzepte und heuerte Partnerfirmen wie Schlepper und die Barge an, mit der "Timmy" Richtung offenes Meer transportiert wurde. Da er nach eigenen Angaben in Vorleistung ging, gerate er nun durch die ausbleibenden Zahlungen in eine existenzbedrohende Lage.
Walter-Mommert, die gemeinsam mit Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz die private Rettungsaktion finanziert hatte, verweigert die Zahlung. Sie und ihre Anwälte werfen Babbel vor, Vorgaben des Bergungs- und Rettungskonzepts nicht eingehalten zu haben, und fordern weitere Nachweise über den genauen Ablauf der Freilassung des Buckelwals. Einen außergerichtlichen Vergleich lehnte sie ab.
Der tote Wal wird an Land der dänischen Insel Anholt gezogen.
Bild: Marcus Golejewski/dpa
Walter-Mommert und Babbel könnten sich vor Gericht wiedersehen
Nach Angaben des Landgerichts Schwerin hat Babbel einen Gerichtskostenvorschuss von etwa 23.000 Euro geleistet. Zunächst stünde ein schriftliches Vorverfahren an, sagte ein Gerichtssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Walter-Mommert erhalte die Klageschrift und Gelegenheit zur Stellungnahme. "Dazu kann dann wieder die Klägerseite Stellung nehmen, und dann würde im Zweifel ein Termin zur mündlichen Verhandlung anberaumt werden, wenn die Parteien nicht einvernehmlich irgendwie eine Lösung finden. Das ist natürlich auch immer möglich."
Doch auch an anderen Stellen ist ein Streit um Geld entbrannt. Als weiterer Geldgeber der umstrittenen Wal-Rettung war Gunz in Erscheinung getreten. Er habe freiwillig 300.000 Euro beigesteuert, teilte sein Anwalt auf Anfrage mit. Es gebe aber weitere Forderungen seitens Walter-Mommert, die Gunz nicht zahlen werde. Es seien Kosten in erheblichem Umfang ohne vorherige Rücksprache, Abstimmung oder Genehmigung durch Herrn Gunz veranlasst worden. Walter-Mommert sagte hingegen, sie stelle keine Forderungen mehr an Gunz. Die Sache sei für sie beendet.
Auch in den News:
Schweriner Umweltministerium fordert 140.000 Euro
Zudem fordert das Schweriner Umweltministerium weiterhin Geld. Dabei geht es um rund 140.000 Euro, vor allem für Personalkosten infolge der behördlichen Begleitung der Aktion. Die vom Ministerium geltend gemachte Forderung hat Walter-Mommert nach eigener Aussage mangels Anspruchsgrundlage zurückgewiesen. Eine Rechnung sei bislang nicht gestellt worden.
Das Ministerium verwies auf eine Erklärung, mit der die Initiative sich bereit erklärt habe, sämtliche Kosten zu übernehmen, einschließlich der Einsatzkosten von Behörden. Der Anwalt von Gunz erklärte, eine Kostenzusage, die eine Anwältin an das Ministerium geschickt habe, kannte Gunz nicht und habe den Text weder gesehen noch freigegeben.
Verwendete Quellen:
ostsee-zeitung.de: Rettungsversuch von Buckelwal vor Poel nicht bezahlt: Tauchunternehmer verklagt Millionärin Walter-Mommert
Nachrichtenagentur dpa
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