Zwischenfall vor Dänemark
Russische Fregatte feuert Leuchtkörper nahe dänischem Helikopter ab
Aktualisiert:
von Claudia Scheele:newstime
So will die NATO die Ostsee schützen
Videoclip • 01:58 Min • Ab 12
Eine russische Fregatte hat vor der dänischen Küste zwei pyrotechnische Signale in Richtung eines Militärhubschraubers abgefeuert. Eine Leuchtrakete flog laut dänischem Militär dicht am Helikopter vorbei.
Das Wichtigste in Kürze
Eine russische Fregatte feuerte nach dänischen Militärangaben zwei Flares in Richtung eines Fennec-Helikopters in internationalen Gewässern nahe Gedser ab.
Eine Leuchtrakete flog demnach dicht am Hubschrauber vorbei, verletzt wurde niemand.
Dänemark bestellt den russischen Botschafter ein und bezeichnet das Vorgehen als Zeichen wachsender russischer Risikobereitschaft.
Ein dänischer Militärhubschrauber ist nach Angaben der Streitkräfte am Montag (14. September) in internationalen Gewässern nahe der Insel Falster von einer russischen Fregatte mit zwei Flares beschossen worden. Eine der pyrotechnischen Leuchtraketen sei in geringem Abstand am Helikopter vorbeigeflogen, teilte das dänische Verteidigungsministerium mit. Verletzt wurde niemand.
Der Hubschrauber vom Typ Fennec war demnach bei einer routinemäßigen Fotoaufklärung im Einsatz. Die russische Fregatte befand sich vor Gedser an der Südspitze Dänemarks. Flares sind pyrotechnische Signale, die auf See normalerweise als Aufmerksamkeitssignal oder zur Täuschung eingesetzt werden.
Dänemark bestellt russischen Botschafter ein
Dänemarks Außenministerium hat nach dem Vorfall den russischen Botschafter einbestellt. Wann das Gespräch stattfinden soll, war zunächst offen. Verteidigungsminister Jeppe Bruus erklärte laut dem "Sweden Herald", er nehme den Zwischenfall ernst. "Das ist ein Zeichen dafür, dass sich die Grenzen bei der Risikobereitschaft auf russischer Seite verschoben haben", sagte der Minister.
Bruus bezeichnete das Vorgehen als "unprofessionell". Zugleich betonte er, Dänemark werde seine Überwachungsaufgaben nicht einschränken: "Wir haben eine vollkommen legitime Aufgabe, zu beobachten, was vor sich geht. Die Streitkräfte werden diese Aufgabe auch künftig erfüllen."
Auch in den News:
Spannungen in der Ostsee nehmen zu
Der Zwischenfall reiht sich in eine Serie von Vorfällen mit russischen Marineeinheiten in europäischen Gewässern ein. Erst vor Kurzem hatte eine russische Fregatte vor der britischen Küste eine Schießübung mit scharfer Munition durchgeführt. Auch dort überwachten britische und französische Streitkräfte das Manöver.
Für Dänemark ist die Lage vor Gedser besonders sensibel. Die Region liegt an einer wichtigen Route zwischen Ostsee und Nordsee. Militärische Beobachtungsflüge und die Begleitung russischer Schiffe gehören dort zwar zum Alltag, doch das Abfeuern von Flares in unmittelbarer Nähe eines Hubschraubers erhöht das Risiko eines gefährlichen Zwischenfalls.
Ob Russland den Vorfall kommentiert, war zunächst nicht bekannt. Das dänische Militär kündigte an, vorerst keine weiteren Details zu veröffentlichen.
Verwendete Quellen:
Forsvaret: "Forsvarets helikopter beskudt med flares fra russisk fregat"
Sweden Herald: "Russian frigate fires flares at Danish military helicopter in international waters"
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