"Wahrscheinlich krebserregend"

Öko-Test für Wechseljahre-Präparate: Diese Produkte lohnen sich wirklich

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich

Videoclip • 01:35 Min • Ab 12


Öko-Test hat verschiedene Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden untersucht und zeigt, welche Präparate tatsächlich Wirkstoffe enthalten. Von einigen wird pauschal abgeraten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Öko-Test hat sechs pflanzliche Arzneimittel und 17 Nahrungsergänzungsmittel untersucht.

  • Von den Nahrungsergänzungsmitteln rät Öko-Test grundsätzlich ab.

  • Pflanzliche Arzneimittel sind mit Einschränkungen wirksam.

Viele Frauen greifen auf allerlei frei verkäufliche Präparate zurück, um besser mit den Beschwerden der Wechseljahre zu leben. Die Auswahl ist dabei groß: pflanzliche Arzneimittel, beispielsweise mit Traubensilberkerze oder Rhapontikrhabarber, und Nahrungsergänzungsmittel, etwa mit Extrakten aus Soja oder Rotklee.

Wie wirksam diese Mittel sind, klärt die Zeitschrift Öko-Test in ihrer Ausgabe 10/2026. Insgesamt wurde die Wirksamkeit von sechs pflanzlichen Arzneimitteln und 17 Nahrungsergänzungsmitteln eingeschätzt. Die Urteile fallen sehr unterschiedlich aus.

Auch in den News:

Öko-Test rät von Nahrungsergänzungsmitteln ab

Bei den Nahrungsergänzungsmitteln fällt Öko-Test ein eindeutiges Urteil: Frauen in den Wechseljahren sollen sich ihr Geld lieber sparen. Diese Produkte gelten als Lebensmittel, ihre Wirksamkeit muss nicht belegt werden – viel können sich Frauen davon also nicht versprechen.

Nahrungsergänzungsmittel bergen sogar Risiken, denn mehrere pflanzliche Stoffe in einer Kapsel oder Tablette können Wechselwirkungen verursachen. Zudem kritisierten die Tester:innen irreführende gesundheitsbezogene Aussagen von Herstellern, etwa zu Vitamin B6. Das Vitamin kann nicht wie behauptet den wechseljahrestypischen Rückgang von Östrogen und Progesteron verhindern.


Isoflavone helfen bei Wechseljahresbeschwerden

Immerhin: Die meisten Nahrungsergänzungsmittel in der Auswahl von Öko-Test enthalten Isoflavone, etwa aus Soja oder Rotklee. Mindestens 30 Milligramm Isoflavone pro Tag können Wechseljahresbeschwerden günstig beeinflussen.


Wirksamkeit bei pflanzlichen Arzneimitteln

Besser abgeschnitten bei Öko-Test haben die pflanzlichen Arzneimittel. Sie setzen auf die Wirkstoffe Traubensilberkerze und Rhapontikrhabarberwurzel, deren Wirksamkeit zur Linderung von etwa Hitzewallungen und übermäßigem Schwitzen gut belegt ist.

Öko-Test entdeckt kritische Inhaltsstoffe

Bei drei von sechs pflanzlichen Arzneimitteln entdeckten die Tester:innen jedoch kritische Inhaltsstoffe. Die drei Medikamente enthalten Talkum, das die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) als "wahrscheinlich krebserregend" einstuft. Zwei Präparate beinhalten zudem den kritischen Weißmacher Titandioxid, der seit 2022 in der EU in Lebensmitteln verboten ist.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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