Wasserwerfer im Einsatz

Mehrere Verletzte: Zehntausende protestieren gegen neue AfD-Jugend

Aktualisiert:

von dpa

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Wasserwerfer bei Protest gegen AfD-Jugend

Videoclip • 01:01 Min • Ab 12


In Gießen demonstrieren Zehntausende gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation. Bis zum frühen Nachmittag wurden 10 bis 15 Polizist:innen verletzt. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert die Auseinandersetzungen scharf.

Straßenblockaden, Wasserwerfer, Polizeipferd und Zehntausende Demonstrant:innen: Begleitet von massiven Protesten hat in Gießen die Gründungsversammlung für die neue AfD-Jugendorganisation begonnen.

Das Treffen startete mit gut zweistündiger Verspätung, weil viele der rund 1.000 Teilnehmer:innen durch blockierte Straßen nicht rechtzeitig beim Veranstaltungsort in den Gießener Messehallen angekommen waren. Viele der Plätze in der Halle waren auch zu Beginn der Veranstaltung noch leer.

Mehrere Verletzte - AfD-Abgeordneter berichtet von Angriff

Die AfD will eine Nachfolgeorganisation für die Junge Alternative (JA) gründen, die wahrscheinlich Generation Deutschland (GD) heißen soll. Auch die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla verspäteten sich bei der Anreise. Sie kritisierten die Blockaden scharf. Die Junge Alternative hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte.

Nach Weidels Angaben wurde am Rande der Proteste der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt "zusammengeschlagen". Der Politiker bestätigte der dpa einen Angriff. Er sei nach dem Abstellen des Autos in der Nähe der Halle von rund 20 Leuten angegriffen worden. Blaue und rote Flecken auf Nase und Jochbein seien Folgen des Angriffs. Er sprach von einer neuen Qualität der Konfrontation.

Bis zum frühen Nachmittag wurden auch 10 bis 15 Beamt:innen leicht verletzt. Insgesamt seien gleichzeitig 4.000 bis 5.000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, sagte der Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Torsten Krückemeier. Bislang nicht bekannt sei, wie viele Demonstrant:innen verletzt wurden.

Merz kritisiert Gewalt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die Auseinandersetzungen scharf. "Sie werden heute Abend Fernsehbilder aus der Stadt Gießen sehen, die alles andere als erfreulich sind, eine Auseinandersetzung zwischen ganz links und ganz rechts", sagte Merz beim Landesparteitag der sachsen-anhaltischen CDU in Magdeburg. "Ich möchte, dass wir in der politischen Mitte unseres Landes zeigen, dass wir Probleme lösen können", sagte Merz.

"Respekt vor den Polizistinnen und Polizisten"

Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte sich zur Gewaltbereitschaft eines Teils der Demonstranten. "Demonstrieren ist ein Grundrecht, deswegen muss man das ermöglichen. Sich versammeln ist auch ein Grundrecht, das muss man auch ermöglichen", sagte der CSU-Politiker in einer Rede beim Landesparteitag der sächsischen CDU in Leipzig.

"Aber ich kann nur sagen: Größten Respekt vor den Polizistinnen und Polizisten, wenn ich jetzt schon wieder sehe, wie Vermummte, wie Chaoten, wie Leute mit Bengalos, mit Fackeln, gewaltbereit auf die Polizei zugehen", sagte Dobrindt. "Es gibt kein Grundrecht, das es rechtfertigt, dass man gewaltsam gegen unsere Sicherheitskräfte vorgeht."

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