"Svea Strom"

Senkt IKEA die Strompreise? Wie das Möbelhaus in den Energiemarkt einsteigt

Aktualisiert:

von Jana Wejkum

Das schwedische Möbelhaus IKEA will Kund:innen den Zugang zu Börsenstrompreisen ermöglichen.

Bild: Julian Stratenschulte/dpa


Das schwedische Unternehmen war bisher für Möbel und Köttbullar bekannt. Jetzt will es mit einem dynamischen Tarif den Strommarkt aufmischen. Was bedeutet das für Verbraucher:innen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Ikea will mit dem dynamischen Tarif "Svea Strom" Kund:innen den Zugang zu Börsenstrompreisen ermöglichen.

  • Mit einem solchen Tarif können bestimmte Haushalte mehrere Hundert Euro Stromkosten einsparen - wenn sie ihren Verbrauch den Preisschwankungen anpassen.

  • Voraussetzung für die Nutzung eines dynamischen Tarifs ist ein Smart-Meter, mit dem der Verbrauch in Echtzeit gemessen wird.

Der schwedische Möbelriese will in Deutschland einen Versuch wagen: Erstmalig bringt IKEA einen dynamischen Stromtarif auf den Markt. In einer Pressemitteilung schreibt das Möbelhaus, der neue Tarif "Svea Strom" biete direkten Zugang zu Börsenstrompreisen und Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Es wolle damit "einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten" und nachhaltige Energie erschwinglicher machen. Doch was ist dran am Werbeversprechen?

Wie funktioniert der Tarif?

Laut IKEA sei "Svea Strom" vollständig digital und monatlich kündbar. Haushalte, in denen der Einbau gesetzlich vorgeschrieben ist, bekommen kostenlos ein Smart-Meter installiert, mit dem der Stromverbrauch in Echtzeit übermittelt wird. Über eine App sehen Nutzer:innen die aktuellen Börsenstrompreise und können ihren Stromverbrauch gezielt planen.

Für Mitglieder der Ikea-Rabattprogramme verspricht das Unternehmen gesonderte Konditionen und Rabatte. Neukund:innen sollen einen Wechselservice in Anspruch nehmen können.

Für wen kann sich ein dynamischer Strompreis lohnen?

Ikea gibt an, dass Singlehaushalte mit einem Jahresverbrauch von 1.600 kWh rund 167 Euro im Jahr sparen können, Haushalte mit einem Verbrauch von 7.000 kWh könnten angeblich bis zu 830 Euro sparen.

Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) gibt zu bedenken, dass vor allem Haushalte von dynamischen Strompreisen profitieren, die ihren Verbrauch zeitlich unabhängig planen können. Wer ungeachtet der Marktpreise Strom nutzt, könnte aber auch mehr zahlen als in klassischen Stromtarifen.

Auch in den News:

Ist Ikea der einzige Stromanbieter mit dynamischen Tarifen?

Nein, denn in Deutschland sind Stromanbieter seit 2025 verpflichtet, dynamische Tarife im Angebot zu haben. Dadurch soll der Stromverbrauch besser an die Stromerzeugung angepasst werden, wie die SZ erklärt. Die Netze sollen entlastet werden, weil Verbraucher:innen sich stärker nach der Verfügbarkeit von Sonnen- und Windenergie richten.

Was brauche ich, um einen dynamischen Tarif zu nutzen?

Um von einem klassischen in einen dynamischen Tarif zu wechseln, ist ein Smart-Meter Pflicht. Nur mit dieser Art von Stromzähler kann der Verbrauch auf die Minute genau abgerechnet werden. In Deutschland hat bislang nur ein Bruchteil der Haushalte ein solches Gerät.

Dessen Einbau ist bereits jetzt für bestimmte Haushalte Pflicht, etwa wenn Photovoltaikanlagen, eine Wärmepumpe oder eine Wallbox für E-Autos verbaut ist. Laut ADAC sollen in Deutschland bis 2032 mindestens 90 Prozent der Haushalte ein Smart-Meter besitzen.

Warum schwanken Strompreise?

Das Onlineportal "Finanztipp" erklärt, wie dynamische Stromtarife funktionieren: Angebot und Nachfrage bestimmen den Strompreis an der Börse. Wenn etwa Photovoltaikanlagen und Windräder viel Energie produzieren, ist Strom im Überfluss vorhanden. Im Extremfall sinken die Preise ins Negative – Verbraucher:innen werden dann für die Abnahme bezahlt. Nutzen Privathaushalte und gewerbliche Verbraucher:innen gerade viel Strom, steigen die Preise. Auch wenn gerade Windflaute und trübes Wetter zusammenkommen, wird der Strom knapper und teurer.

Zu welcher Tageszeit ist Strom günstig?

Üblicherweise ist Strom an Werktagen tagsüber teuer. Bei Sonnenschein können die Preise ab Mittag sinken. An Wochenenden ist Energie günstiger, weil Unternehmen dann weniger verbrauchen. Geringe Preise sind auch nachts zu erwarten, vor allem wenn windiges Wetter herrscht.


Verwendete Quellen:

Ikea: "IKEA Deutschland startet als erster IKEA Markt weltweit mit dynamischem Stromtarif"

SZ: "Ikea wird zum Stromanbieter"

Finanztipp: "Negative Strompreise? Wann sich ein dynamischer Stromtarif für Dich lohnt"

ADAC: "Was ist ein Smart Meter und was kosten die digitalen Stromzähler?"

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