Milliardenverluste bei Nutzfahrzeughersteller

Daimler Truck kämpft mit US-Zöllen: Gewinn um 34 Prozent eingebrochen

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

Karin Rådström, die Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, spricht von einem "herausfordernden Geschäftsumfeld". (Archivbild)

Bild: Bernd Weißbrod/dpa


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Ein Drittel weniger Gewinn muss Daimler Truck für 2025 verkraften. Was ist der Hintergrund der Verluste und wie sieht die Sparstrategie des Konzerns aus?

Das Wichtigste in Kürze

  • Daimler Truck verzeichnete 2025 einen Gewinnrückgang von 34 Prozent und eine Senkung des Konzernergebnisses um 1,1 Milliarden Euro.

  • Grund für das schlechte Geschäftsjahr sind vor allem die US-Zölle, die das Geschäft des Nutzfahrzeugherstellers in Nordamerika belasten.

  • Daimler Truck will mit einem Sparprogramm entgegenwirken und bis 2030 tausende Stellen unter anderem in Deutschland abbauen.

Der Dax-Konzern Daimler Truck musste 2025 hohe Verluste hinnehmen: Sein Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent eingebrochen. Das Konzernergebnis ist um 1,1 Milliarden Euro auf zwei Milliarden gesunken. Das teilte der Nutzfahrzeughersteller aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart am Donnerstag (12. März) mit.

Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström konnte der Situation trotzdem etwas Positives abgewinnen: "Unsere Ergebnisse für 2025 zeigen eine verbesserte operative Performance in einem herausfordernden Geschäftsumfeld." Man habe, so die Mitteilung, "in einem anspruchsvollen Geschäftsumfeld mit rückläufigen Schlüsselmärkten ein resilientes Konzernergebnis" erzielt.

Zentrale Finanzkennzahlen zeigen einen deutlichen Rückgang. So fiel der Umsatz um neun Prozent von rund 54,1 Milliarden Euro auf rund 49,5 Milliarden Euro. Einen Rückgang von 20 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro wurde beim operativen Ergebnis (Ebit) im Industriegeschäft verzeichnet. 2026 will der Konzern eine operative Verbesserung durch höhere Stückzahlen und Effizienzsteigerungen erreichen.

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US-Zollpolitik sorgt für schwachen Absatz

Grund für die schwachen Geschäfte sind vor allem die Zölle des US-Präsidenten Donald Trump und die damit zusammenhängende gesunkene Nachfrage in Nordamerika. Der Absatz brach dort um rund ein Viertel ein, sodass nur noch 142.000 Fahrzeuge verkauft wurden. Speditionen halten sich wegen der Zölle mit Bestellungen zurück. Wie das Transportvolumen sich in Zukunft entwickeln wird, ist schwer vorauszusagen.

Insgesamt ging der Absatz 2025 um acht Prozent zurück. Damit hat Daimler Truck im vergangenen Jahr 422.510 Lkw und Busse verkauft.

Sparprogramm: Stellenstreichungen in Deutschland

Um den schwierigen Bedingungen zu begegnen, kündigte Daimler Truck 2025 das Sparprogramm "Cost Down Europe" an. Damit sollen bis 2023 mehr als eine Milliarde Euro bei laufenden Kosten in Europa eingespart werden. In Deutschland sind 5.000 Stellen betroffen, die nach und nach wegfallen sollen, insbesondere bei der Marke Mercedes Benz. Auch Nordamerika soll die Sparmaßnahmen zu spüren bekommen.

Beim Sparen ist das Unternehmen laut eigener Aussage gut dabei. "Wir setzen unsere Effizienzmaßnahmen schneller um als geplant", sagte Rådström laut Mitteilung. Man habe im vergangenen Jahr bereits Nettoeinsparungen von über 100 Millionen Euro erzielt. Im laufenden Jahr sollen diese auf mindestens 250 Millionen Euro erhöht werden.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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