Zehn Jahre nach Anschlag in München
Prozess um Falschaussagen: Verhandlungsbeginn zum OEZ-Anschlag vertagt
Veröffentlicht:
von Josefine EnkeNeun Menschen wurden bei dem rassistischen Anschlag ermordet.
Bild: picture alliance / dpa
Zehn Jahre ist der rassistisch motivierte Anschlag in München her. Bei einem erneuten Prozess geht es nun um Falschaussagen von früheren Zeugen. Doch der Verhandlungsbeginn verzögert sich.
Falschaussage gegen Waffenhändler
Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München mit neun Todesopfern beschäftigt der Fall noch einmal die Justiz. Vor Gericht stehen zwei Männer und eine Frau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Prozess gegen den Waffenhändler falsch ausgesagt zu haben, der dem Attentäter die Tatwaffe im Darknet verkaufte.
Weitere Zeugen betroffen
Einer der Angeklagten soll damals in seiner Aussage vor Gericht beispielsweise seine Ex-Frau zu Unrecht beschuldigt haben, sie habe davon gewusst, dass der Attentäter Menschen töten wollte und ihm sogar Tipps gegeben. Außerdem soll er weitere Zeugen angestiftet haben, die gleiche Aussage zu tätigen. Diese müssen sich nun ebenfalls vor Gericht verantworten.
Beim geplanten Prozessbeginn kam es jedoch wegen Anträgen des Angeklagten zu mehreren Unterbrechungen. Schließlich wurde die Verhandlung für eine Woche unterbrochen, um dem Angeklagten Akteneinsicht zu ermöglichen. Diese habe er vorher nicht erhalten, sagte er vor Gericht.
Waffenhändler verurteilt
Bei dem Anschlag in München hatte ein 18 Jahre alter Rechtsextremist am 22. Juli 2016 neun Menschen und sich selbst getötet. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Der Waffenhändler wurde 2018 zu sieben Jahren Haft verurteilt.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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