Tarifkonflikt
Pilotenstreik bei Lufthansa: Zahlreiche Flugausfälle in München erwartet
Veröffentlicht:
von Chiara Damnitz17:30 SAT.1 Bayern
Streik bei Lufthansa-Piloten: Hunderte Flugausfälle in München
Videoclip • 33 Sek • Ab 12
Seit Mitternacht sind die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa aufgerufen, zwei Tage lang nicht zu arbeiten. Auch am Münchner Flughafen sind viele Flüge gestrichen worden.
Zweitägiger Streik der Lufthansa-Gruppe
Erneut stehen zahlreiche Flugzeuge am Münchner Flughafen still: Am Montag hat ein zweitägiger Streik von Piloten der Lufthansa-Gruppe begonnen. Der trifft auch Passagiere in München. Insgesamt entfallen etwa 710 Starts und Landungen, wie eine Flughafen-Sprecherin mitteilte.
Zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Da die Reisenden vorgewarnt waren, herrschte vor den Lufthansa-Schaltern kein Gedränge.
Auf den Internetseiten sowohl der Lufthansa als auch des Münchner Flughafens hieß es, Passagiere der bestreikten Fluggesellschaften seien gebeten, den Status ihres Fluges rechtzeitig online zu prüfen und gegebenenfalls ihre Airline oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren. Die Lufthansa-Tochter Eurowings teilte auf ihrer Internetseite mit, man gehe davon aus, dass ein großer Teil des Flugprogramms durchgeführt werden könne.
Der Streik von Pilotinnen und Piloten bei der Kernmarke Deutsche Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline begann um 0.01 Uhr und soll 48 Stunden dauern. Beim Ferienflieger Eurowings waren demnach nur am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen.
Unverständnis bei der Lufthansa
Es ist die inzwischen vierte Streikwelle bei der Lufthansa. Erst kürzlich kam es wegen Streiks des Kabinenpersonals zu Flugausfällen bei Deutschlands größter Airline. Hintergrund sind Tarifkonflikte um die betriebliche Altersversorgung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo sowie die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline. Das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung bei Eurowings sei inakzeptabel, hieß es von der Gewerkschaft.
Die Lufthansa will trotz des erneuten Streiks an ihrer Strategie festhalten. Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit sowie die Kabinengewerkschaft Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten erklärte er: "Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft."
Bereits am Sonntag hatte ein Unternehmenssprecher von einer "völlig neuen Stufe der Eskalation" gesprochen. Die Kernforderung nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge sei absurd und unerfüllbar.
Kritik gab es auch von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Mit den hohen Forderungen seien die Grenzen der Tragbarkeit überschritten, und zwar zum Leidwesen der Passagiere, hieß es. Auch angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen und geopolitischen Situation Deutschlands seien die Streiks nicht hinnehmbar. Mobilität sei ein Wettbewerbsfaktor.
"Wir müssen standardisierte Arbeitskämpfe generell vermeiden. Wir brauchen in der kritischen Infrastruktur eine verpflichtende Schlichtung, bevor ein Arbeitskampf stattfindet", sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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