Angriff in Oberbayern
Nach mutmaßlicher Amoktat in Schongau: Schutzkonzepte und Amok-Übungen?
Veröffentlicht:
von Magdalena ArtnerNach der Amoktat in Schongau wird über die Hintergründe diskutiert.
Bild: Jason Tschepljakow/dpa
Nach der mutmaßlichen Amoktat an einer Schule im oberbayerischen Schongau steht die Aufarbeitung des Geschehens im Vordergrund. Aber auch die Frage, ob und wie sich Schulen schützen können.
Frage nach Schutzkonzepten an Schulen
Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau ist auch die Frage nach Schutzkonzepten an Schulen in den Fokus gerückt. Kurz gesagt: Die muss es überall geben. Es gibt aber Experten, die davon abraten, gezielt auch Amok-Alarme mit Schülerinnen und Schülern zu üben.
"Alle staatlichen Schulen in Bayern verfügen über ein schulisches Sicherheitskonzept und ein schulisches Krisenteam", teilte das bayerische Kultusministerium auf Anfrage mit. Die Sicherheitskonzepte würden gemeinsam mit der Polizei und dem sogenannten Sachaufwandsträger - das sind in der Regel die Kommunen - erstellt. Die Konzepte würden regelmäßig, mindestens einmal jährlich, überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst.
"Da sich Schulen hinsichtlich ihrer räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten unterscheiden, werden die Sicherheitskonzepte jeweils auf die Situation vor Ort abgestimmt", betonte das Kultusministerium. Für die psychologische Krisenvorsorge, Krisenbewältigung und Nachsorge stehe den Schulen zudem das Kriseninterventions- und -bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen (KIBBS) zur Verfügung.
Experte rät von Amok-Übungen ab
Dass Feueralarme regelmäßig geübt werden, ist bekannt. Aber was ist mit Amok-Alarmen? Das Kultusministerium betont ganz grundsätzlich: "Ob und in welcher Form Übungen durchgeführt werden, entscheidet die Schule gemeinsam mit ihrem Krisenteam und in enger Abstimmung mit der Polizei." Dabei gelte es, einerseits auf Notfälle vorzubereiten und andererseits sicherheitsrelevante Abläufe zu schützen. Zu den konkreten Inhalten einzelner Sicherheitskonzepte äußere man sich deshalb grundsätzlich nicht.
Der Hochschuldozent und Notfall-Experte Peer-Niclas Unger sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Wir raten ganz deutlich davon ab, Schülerinnen und Schüler im Verhalten eines Amokfalls zu schulen." Kinder hätten ein ganz anderes Gefahrenbewusstsein und nähmen Bedrohungen anders wahr. "Die Erfahrung von Schulen, die das gemacht haben, zeigt, dass Kinder anschließend Ängste entwickeln und nicht mehr zur Schule gehen wollen. Und genau das wollen wir ja nicht. Wir wollen ja ein Sicherheitsgefühl erzeugen."
Weitere News:
Nach Messerangriff in Schongau: Täter-Schreiben und geplanter Livestream?
Erster Schultag nach "schrecklichen Stunden" in Oberbayern
Nach Unfall bei Furth im Wald: Kinder sichern Unfallstelle ab
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
Alle Videos bei Joyn:
SAT.1 Bayern verpasst? Hier ansehen:
Mehr entdecken

Wetteraussichten
Wetter in Bayern: Es bleibt warm

Trendwende verstetigt
Grund zur Hoffnung? So entwickelt sich Bayerns Wohnungsbau

Verkehrsunfall in Unterfranken
Auto erfasst Fußgänger in Aschaffenburg: Mann in Lebensgefahr

Urlaub im Freistaat
Tourismus in Bayern: Mehr Gäste und Übernachtungen

Straßensperrung um Brandort
Schweinestall in Flammen: Über tausend Tiere auf Bauernhof tot

Tödlicher Auto-Anschlag
Anschlag auf Demonstration in München: Täter lebenslang in Haft

Europaweit gesucht
Cannabis im Millionenwert: Mutmaßlicher Drogenhändler bei Lindau gefasst

Feuer am Kranzbergkogel
Nach Waldbrand bei Schneizlreuth: Löscharbeiten gehen weiter

Wetteraussichten
Wetter in Bayern: Schwere Unwetter im Süden erwartet


