TSV 1860 München
Krise bei 1860 München? Ismaik kündigt Darlehensvertrag
Veröffentlicht:
von Magdalena ArtnerHasan Ismaik: «Die derzeitige Situation kann so nicht weitergehen.»
Bild: Felix Hörhager/dpa
Der TSV 1860 München hat ein Riesenproblem: Der Investor hat Darlehen aufgekündigt. Dem Traditionsverein droht der Absturz in die Viertklassigkeit. Der Mehrheitsgesellschafter stellt Forderungen.
Hasan Ismaik bestätigt Kündigung aktueller Darlehensverträge
In der Debatte um den drohenden Lizenzentzug beim TSV 1860 München hat sich der umstrittene Investor Hasan Ismaik nun öffentlich zu Wort gemeldet. Der Geschäftsmann aus Abu Dhabi bestätigte bei Instagram die Kündigung bestehender Darlehensverträge, wie zunächst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte. Gleichzeitig hat Ismaik nach eigenen Angaben ein neues Finanzierungsmodell mit besseren Konditionen vorgelegt.
Nach Informationen der "Bild" fehlen den "Löwen" 2,7 Millionen Euro für die Lizenz. Bis zum 3. Juni muss beim Deutschen Fußball-Bund die Zahlungsfähigkeit nachgewiesen werden. Damit droht dem Traditionsverein der Sturz in die vierte Fußball-Liga. Es sei denn, der Verein kommt den Forderungen des Investors nach, um die Drittligazugehörigkeit doch zu sichern.
Fast 80 Millionen Euro investiert?
Ismaik sieht sich wie schon so oft in der Vergangenheit von der Vereinsführung enttäuscht. "Seit fünfzehn Jahren habe ich den Verein mit nahezu achtzig Millionen Euro unterstützt, weil ich an die Möglichkeit geglaubt habe, die Löwen auf starken und stabilen Grundlagen neu aufzubauen", schrieb Ismaik.
"Mein Ziel war es nie, lediglich beteiligt zu sein, sondern dazu beizutragen, den Verein dorthin zurückzuführen, wo er hingehört. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Ergebnisse nicht das waren, was wir uns alle erhofft hatten", hieß es weiter. Die vergangene Saison schlossen die "Löwen" in der 3. Liga als Tabellenachter ab. Vorzeitig waren die Münchner aus dem Aufstiegsrennen draußen.
Das Präsidium gibt sich nach außen gelassen
"Wir gehen aktuell davon aus, dass der Liquiditätsnachweis gegenüber dem DFB rechtzeitig erbracht wird. Die entsprechenden Gespräche hierzu dauern an", teilte der e.V. des TSV 1860 mit. Das Präsidium ergreife "alle erforderlichen und angemessenen Maßnahmen, um die Rechtsposition des Muttervereins und seiner Mitglieder zu wahren und den Spielbetrieb der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu sichern."
Ismaik, seit 2011 Investor der Münchner, hat die bestehenden Darlehensverträge gekündigt, weil seiner Einschätzung nach "wichtige Verpflichtungen unter den Darlehensverträgen nicht eingehalten wurden". Er findet: "Die derzeitige Situation kann so nicht weitergehen, und die aktuelle Situation muss ernsthaft und mutig auf den Prüfstand gestellt werden."
Der Investor will alles auf den Prüfstand stellen - mal wieder
Der Verein brauche "mehr als eine neue Finanzierung. Er braucht eine echte Restrukturierung, ein klares Finanzkontrollsystem und Compliance sowie ein Management, das nach modernen institutionellen Standards arbeitet, wie es auch bei erfolgreichen Vereinen und Unternehmen der Fall ist."
Ismaiks Unternehmen HAM International Limited, das die Anteile hält, hat nach eigenen Angaben ein "neues Finanzierungsmodell mit besseren Konditionen als zuvor vorgelegt, zinslos und mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung, die darauf abzielt, den Verein zu schützen und seinen Verbleib in der Dritten Liga sicherzustellen."
Eine besonders brisante Forderung Ismaiks soll sein, dass der Verein auf sein Vorkaufsrecht verzichten soll, wenn der Jordanier seine Anteile doch einmal verkaufen sollte. Das dürfte für das Präsidium aber kaum infrage kommen.
So wie 2017?
Der Münchner Geschäftsführer Manfred Paula wies "die erklärte Kündigung als unwirksam zurück", wie ihn die "Süddeutsche Zeitung" zitierte. Gleichzeitig räumte er ein: "Wir können aufgrund Ihrer Kündigung und der aufgestellten Forderung nicht mehr von einer Durchfinanzierung ausgehen (...) und wechseln vorsorglich in die Notgeschäftsführung. Dies bedeutet, dass wir bis auf Weiteres keine Zahlungen leisten können, auch keine Gehaltszahlungen."
Das Szenario erinnert an den Sommer 2017. Damals verweigerte Mehrheitsgesellschafter Ismaik dem Verein nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga die finanzielle Unterstützung. Die Münchner mussten in der Regionalliga Bayern antreten.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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