US-Außenpolitik
"Kuba wird fallen, Iran bekommt neuen Chef": Wie weit geht Trumps Plan, Regime weltweit mitzugestalten?
Veröffentlicht:
von Claudia Scheele:newstime
Trump: Kuba fällt nach Iran-Konflikt
Videoclip • 01:34 Min • Ab 12
In einem Interview kündigt US-Präsident Donald Trump an, die USA würden bei der Auswahl der künftigen Führung im Iran "einen großen Einfluss" haben. Gleichzeitig prognostiziert er: "Kuba wird fallen".
Das Wichtigste in Kürze
Trump kündigt an, die USA würden bei der Auswahl der künftigen Führung im Iran "einen großen Einfluss" haben, um einen erneuten Konflikt zu vermeiden.
Im gleichen Interview sagt er, "Kuba wird fallen", und schreibt wirtschaftliche Probleme der Insel der US-Politik zu, die Öl- und Geldflüsse aus Venezuela gekappt habe.
Zugleich brüstet er sich damit, die KI-Firma Anthropic "gefeuert" und das US-Militär für seine aktuelle Politik "aufgebaut" zu haben.
US-Präsident Donald Trump hat in einem Gespräch mit dem US-Portal "Politico" ungewöhnlich offen über seine außenpolitischen Pläne gesprochen. Er stellte die laufenden Militärschläge gegen den Iran als von den Wähler:innen getragen dar und erklärte, "die Leute lieben, was passiert". Trotz Kritik aus Teilen seines eigenen Lagers und der Opposition sieht er die Offensive gegen Teheran als Erfolg und kündigt an, den politischen Neustart des Landes aktiv mitgestalten zu wollen.
Gleichzeitig nahm Trump Kuba ins Visier. Er behauptete, das kommunistische Regime stehe vor dem Zusammenbruch und sagte wörtlich: "Kuba wird auch fallen." Er führte das auf Druck der USA zurück, etwa darauf, dass Washington "alles an Öl, alles an Geld, alles, was aus Venezuela kam" abgeschnitten habe.
Trump: USA sollen künftige Iran-Führung mit aussuchen
Mit Blick auf den Iran erklärte Trump, er wolle bei der Nachfolge des verstorbenen Revolutionsführers Ali Chamenei mitreden. Auf die Frage, wie groß der Einfluss der USA auf die künftige Führung in Teheran sein werde, antwortete er, er werde "einen großen Einfluss haben, oder sie werden keine Einigung haben, weil wir das nicht noch einmal machen werden wollen". Die USA würden "mit den Menschen und dem Regime zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass jemand an die Spitze kommt, der den Iran schön aufbauen kann, aber ohne Atomwaffen".
Trump sprach auch Chameneis Sohn an, über den im Iran als möglichem neuem Oberhaupt spekuliert wird. Er sagte, "jetzt schauen sie auf den Sohn", und behauptete, der Vater habe ihm die Macht nicht übertragen, weil man ihn für "inkompetent" halte. Insgesamt zeichnete der Präsident das Bild einer US-Regierung, die bei der Auswahl der iranischen Führung mitreden will, um einen erneuten Konflikt in "zehn Jahren" zu vermeiden.
"Kuba wird fallen" – Druck über Venezuela
Parallel dazu stellte Trump Kuba als den nächsten Schauplatz möglicher Umstürze dar. Im "Politico"-Interview sagte er, nach dem Iran werde "Kuba auch fallen". Er verwies mehrfach auf seine Politik gegenüber Venezuela, das lange Zeit wichtigster Öllieferant der Insel war, und erklärte, "wegen meiner Intervention, der Intervention, die jetzt geschieht", habe Kuba seine aktuellen Probleme.
Bei einem Auftritt im Weißen Haus mit dem Fußballklub Inter Miami CF nannte Trump die Entwicklung "erstaunlich" und sagte, man wolle zunächst "dieses eine" – den Iran-Konflikt – beenden, "aber das wird nur eine Frage der Zeit sein, bevor ihr und viele unglaubliche Menschen nach Kuba zurückkehren werdet". Er betonte, die USA seien mit der kubanischen Führung im Gespräch: "Wir reden mit Kuba." Republikanische Verbündete wie Senator Lindsey Graham hatten bereits öffentlich gesagt, "Kuba ist als Nächstes".
Auch in den News:
Gelassenheit im Iran-Krieg, Ungeduld mit Selenskyj
Zu den militärischen Operationen gegen den Iran äußerte sich Trump demonstrativ zuversichtlich. Er behauptete, die Offensive sei "chirurgisch" geführt und die USA hätten "unbegrenzte" Waffenbestände – "wir haben Tausende, Tausende davon". Das iranische Militär beschrieb er als praktisch zerstört: "Sie haben keine Marine. Sie haben keine Luftwaffe. Sie haben keine Luftaufklärung. Es ist alles ausgelöscht. Ihr Radar ist ausgelöscht. Ihr Militär ist dezimiert. Alles, was sie haben, ist Mut."
Beim Krieg in der Ukraine schlug Trump einen anderen Ton an. Er warf Präsident Wolodymyr Selenskyj mangelnde Kompromissbereitschaft vor und sagte, Selenskyj müsse "in die Gänge kommen" und einen Deal schließen. Gleichzeitig erklärte er, er halte Russlands Präsident Wladimir Putin für verhandlungsbereit. Auf die Nachfrage, ob Selenskyj das Hindernis für eine Einigung sei, meinte Trump, "es ist unvorstellbar, dass er das Hindernis ist", fügte aber hinzu, die Ukraine habe "die Karten nicht", jetzt sogar "noch weniger Karten".
Konflikt mit KI-Firma Anthropic
Schließlich äußerte sich Trump auch zum Streit zwischen dem Pentagon und der KI-Firma Anthropic. Hintergrund ist, dass das Unternehmen der US-Armee keinen uneingeschränkten Zugriff auf seine Technologie geben will. Trump erklärte dazu, "ich habe Anthropic gefeuert", und sagte, die Firma sei "in Schwierigkeiten, weil ich sie wie Hunde gefeuert habe, weil sie das nicht hätten tun sollen".
Der Präsident stellte sich demonstrativ hinter Verteidigungsminister Pete Hegseth. Er sagte, "ihr seht, wie gut Pete das macht" und lobte die Streitkräfte als "unglaubliches Militär". Er habe es in seiner "ersten Amtszeit aufgebaut" und nutze es nun in seiner zweiten.
Verwendete Quellen:
Politico: "Trump says he’ll help pick Iran’s leader, predicts regime change in Cuba"
CNBC: "Trump hints U.S. will turn to Cuba after Iran: 'Just a question of time'"
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