Kritische Spannungen
Griechenland und Türkei gehen wieder auf Konfrontationskurs
Veröffentlicht:
von Fabia Söllner:newstime
Auswärtiges Amt warnt vor Türkei-Reisen
Videoclip • 02:17 Min • Ab 12
Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei nehmen wieder zu. Streit um Hoheitsgewässer, Inseln und militärischen Einfluss lässt die Ägäis erneut zum politischen Krisenherd werden.
Das Wichtigste in Kürze
Griechenland und die Türkei streiten erneut über Hoheitsgewässer, Inseln und militärischen Einfluss in der Ägäis.
Athen reagiert mit verstärkter Aufrüstung und setzt stärker auf militärische Abschreckung.
Trotz NATO-Mitgliedschaft beider Länder wächst das Risiko gefährlicher Zwischenfälle.
Zwischen Griechenland und der Türkei nehmen die Spannungen wieder deutlich zu: Beide NATO-Staaten streiten über Hoheitsgewässer, Inseln, militärische Präsenz und Einflusszonen im östlichen Mittelmeer.
Die Phase der "ruhigen Gewässer", die nach dem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Athen 2023 begonnen hatte, scheint beendet, wie unter anderem die "Tagesschau" berichtet. Griechenland wirft der Türkei unter anderem Aktivitäten im Luftraum, umstrittene Meereszonen und Truppenbewegungen an der Westküste vor. Ankara kritisiert dagegen die militärische Aufrüstung griechischer Inseln und sieht darin eine Bedrohung für die eigene Sicherheit.
Athen rüstet auf
Griechenland setzt zunehmend auf Abschreckung. Ende August vereinbarte die Regierung mit Israel ein milliardenschweres Luftverteidigungsprojekt mit dem Namen "Schild des Achilles".
Die angespannte Weltlage verstärkt dabei die Unsicherheit: Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie Konflikte im Roten Meer haben die strategische Bedeutung des östlichen Mittelmeers weiter erhöht.
Alte Streitfragen bleiben ungelöst
Seit Jahrzehnten streiten beide Länder über Hoheitsgewässer, Lufträume, Wirtschaftszonen und den Status einzelner Inseln. Auch der ungelöste Zypernkonflikt belastet das Verhältnis.
Besonders heikel ist die mögliche Ausweitung griechischer Hoheitsgewässer auf zwölf Seemeilen. Griechenland beruft sich auf das internationale Seerecht. Die Türkei warnt dagegen vor einer massiven Einschränkung internationaler Gewässer in der Ägäis und betrachtet einen solchen Schritt seit 1995 als möglichen Kriegsgrund.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Tagesschau: "Die Zeit der "ruhigen Gewässer" in der Ägäis ist vorbei"
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