Durchbruch im Krieg
Gaza-Plan mit gefährlichen Fallstricken? Experte warnt vor Hürden
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von Emre Bölükbasi:newstime
Frieden in Nahost: Stehen Hürden im Weg?
Videoclip • 07:07 Min • Ab 12
Der Gaza-Deal steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Nahost-Experte Gerhard Conrad sieht trotz des Durchbruchs auch Hürden.
Das Wichtigste in Kürze
Der Gaza-Deal birgt erhebliche Risiken beim Geiselaustausch.
Organisatorische und juristische Fallstricke könnten den Fortschritt gefährden.
Die Hamas bleibt weiterhin ein wichtiger Akteur im Prozess.
In der Gaza-Einigung zwischen Israel und der Hamas sieht der Nahost-Experte Gerhard Conrad einen wichtigen Fortschritt – aber keinen Selbstläufer. "Es ist unstreitig ein großer Fortschritt, mit dem Potenzial zum Durchbruch", sagte Conrad im :newstime-Interview. Entscheidend seien nun die kommenden Stunden, in denen lebende Geiseln gegen palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden sollen.
Die Umsetzung des Gaza-Plans sei komplex, warnt Conrad: "Das sind viele organisatorische Schritte, bei denen das eine oder andere schiefgehen kann." Auf israelischer Seite müssten bis zu 2.000 Häftlinge juristisch freigegeben werden – ein Verfahren, das noch scheitern könne. Diese Wahrscheinlichkeit sei allerdings gering. Auch auf Seiten der Hamas müsse die Übergabe der Geiseln technisch und zeitlich klappen.
Auffällig ist laut Conrad: Die politische Dynamik habe sich verschoben. "Das Gesamtinteresse aller Akteure richtet sich auf das Gelingen – jedenfalls kurzfristig." Dabei spiele die Hamas weiterhin eine Schlüsselrolle. Sie habe "jetzt noch mal einen großen Tag" – auch wenn offen sei, wie viel Einfluss sie in der nächsten Phase behalten darf.
Trotz aller offenen Punkte: Für Conrad steht fest, dass Phase eins – also der Austausch von Geiseln und Häftlingen – nicht scheitern dürfe. "Das ist letzten Endes auch der prozedurale Durchbruch."
Was der Experte über die Rolle von Donald Trump bei den jüngsten Entwicklungen sagt, erfährst du oben im Video!
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