Abteilung Attacke

Kubicki beleidigt Merz: Wegen Kanzler-Aussage kandidiert er für FDP-Vorsitz

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Kubicki: Zehn Prozent für die FDP

Videoclip • 01:30 Min • Ab 12


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Wolfgang Kubicki tritt beim FDP-Parteitag als Kandidat für den Vorsitz an – und macht dafür auch eine Attacke von Kanzler Friedrich Merz verantwortlich. In einem Podcast erklärt er zudem, warum er gemeinsame Abstimmungen mit der AfD nicht grundsätzlich für ein Problem hält.

Das Wichtigste in Kürze

  • FDP-Promi Wolfgang Kubicki kandidiert beim Parteitag Ende Mai für den Parteivorsitz.

  • Auslöser für seinen Kurswechsel war ausgerechnet eine Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz, wie Kubicki in einem Podcast verrät.

  • Eine Koalition mit der AfD lehnt der frühere FDP-Vize ab, gemeinsame Abstimmungen schließt er aber ausdrücklich nicht aus.

Merz-Aussage sorgt für Kubicki-Kandidatur

FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki will neuer Vorsitzender seiner Partei werden – obwohl er eine Kandidatur zunächst ausgeschlossen hatte. Den Stimmungsumschwung erklärt der 74-Jährige mit einer Aussage von CDU-Chef Friedrich Merz nach den für die FDP desaströsen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Merz hatte die Liberalen damals für politisch erledigt erklärt. Die FDP sei "seit gestern endgültig sozusagen von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden. Sie wird keine Rolle mehr spielen", sagte Merz Anfang März.

Diese Worte hätten bei ihm zur Kehrtwende geführt, wie Kubicki im Podcast "Meine schwerste Entscheidung" der "Funke Mediengruppe" verrät. In der Sekunde habe er gedacht: "Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen!", erzählt er. Er ergänzt, "alle Kräfte, die man noch in sich hat, die haben sich dann aufgebäumt". Sein Ziel sei es nun, zu beweisen, "dass es geht und Friedrich Merz Unrecht hat". Für ihn persönlich wäre das, so Kubicki weiter, "das Sahnehäubchen".

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Keine "Brandmauer" gegenüber der AfD

Auf die Frage, ob er die Liberalen zu einer Protestpartei umbauen wolle, entgegnete der langjährige FDP-Vize: "Jede Partei ist auch Protestpartei." Es brauche aber keine Neugründung, die FDP sei "nicht tot, sondern müsse einfach neu aufgeladen werden – und zwar mit Selbstbewusstsein, und nicht dauernd in Abgrenzung von anderen".

Gemeinsame parlamentarische Abstimmungen mit der rechten AfD schließt er daher ausdrücklich nicht aus. Kubicki betonte: "Ich kenne keine Brandmauer." Er ergänzt: "Ich würde keinem AfD-Antrag zustimmen, aber ich würde meine Anträge nicht davon abhängig machen, dass die AfD zustimmen könnte." Denn, so der FDP-Politiker weiter:  "Würde ich das tun, wie dumm ist das denn, würde ich die komplette Agenda der AfD in die Hand geben." Eine Koalition mit der AfD ist für Kubicki allerdings keine Option.

Showdown gegen einen Unbekannten beim FDP-Parteitag

Spannend wird es für Kubicki beim FDP-Bundesparteitag Ende Mai. Dort tritt er im Rennen um den Parteivorsitz gegen den in der breiten Öffentlichkeit bislang wenig bekannten FDP-Politiker Henning Höne (39) aus Nordrhein-Westfalen an. Sie kandidieren für die Nachfolge des scheidenden Bundesvorsitzenden Christian Dürr.


Verwendete Quellen:

Bild: ""Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen"

t-online: "Kubicki über Merz: "Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen!"

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