Kommissarisches Amt

Neuanfang in Mecklenburg-Vorpommern: Amthor übernimmt CDU-Führung

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Mecklenburg-Vorpommern: AfD siegt, CDU raus (21. September)

Videoclip • 01:04 Min • Ab 12


Nach der historischen CDU-Wahlschlappe greift Amthor nun doch zu – zumindest vorübergehend. Er soll den Landeschef Peters ablösen und die Christdemokraten im Nordosten durch die Krise führen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einer historischen Wahlschlappe hat die CDU in Mecklenburg-Vorpommern erstmals den Einzug in den Landtag verpasst.

  • Landeschef Daniel Peters sowie weitere Führungsmitglieder traten daraufhin von ihren Ämtern zurück.

  • Philipp Amthor übernimmt die Leitung des Landesverbands vorerst kommissarisch bis zum nächsten Parteitag Anfang 2027.

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem Neuanfang unter dramatischen Vorzeichen. Nach der Wahlschlappe bei der Landtagswahl hat Landesvorsitzender Daniel Peters am Montag (21. September) seinen Rücktritt erklärt. Übergangsweise übernimmt nun ausgerechnet Philipp Amthor die Führung – ein Mann, der bereits zweimal vor dem Sprung an die Parteispitze stand, es aber nie wagte.

Der 33-jährige Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt soll den Landesverband kommissarisch leiten, wie Peters nach einer Vorstandssitzung in Schwerin mitteilte. Auch Generalsekretärin Katy Hoffmeister trat von ihrem Amt zurück.

Peters betonte, es gehöre zu verantwortungsvoller Politik, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Sein Fernbleiben von Berlin am Tag nach der Wahl sei mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) abgestimmt gewesen – ihm sei es wichtiger gewesen, mit den Mitarbeitern der künftig aufgelösten Landtagsfraktion über deren berufliche Zukunft zu sprechen.

Amthor bekommt Posten bei drittem Anlauf

Für Amthor ist es beim dritten Anlauf nun doch so weit – wenn auch nur auf Zeit. Bereits 2020 und 2024 galt er als logischer Kandidat für den Landesvorsitz, zog aber beide Male nicht durch. 2020 bremsten ihn Parteigranden wegen seiner umstrittenen Lobbyarbeit für ein New Yorker Start-up aus, 2024 lehnte er selbst ab mit Verweis auf seinen Platz in der Bundespolitik.

Die Neuaufstellung soll nun in Ruhe erfolgen. Amthor kündigte einen Landesparteitag für Anfang 2027 an, bei dem regulär über die Führung entschieden werden soll. Ob er auch darüber hinaus zur Verfügung stehe, ließ der gebürtige Ueckermünder offen: "Das steht jetzt nicht zur Diskussion."

Mehrere CDU-Landeschefs in sechs Jahren

Neben Peters und Hoffmeister zog auch die stellvertretende Landesvorsitzende Ann Christin von Allwörden Konsequenzen und kündigte ihren Rückzug von allen politischen Ämtern an. Die ehemalige Polizeibeamtin will nun wieder die Uniform anziehen.

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern durchlebt damit erneut eine Phase der Instabilität. Seit 2020 wechselten die Parteichefs in rascher Folge: Vincent Kokert, Michael Sack, Franz-Robert Liskow und nun Peters – dazwischen immer wieder kommissarische Lösungen. Mit Amthor soll nun zumindest vorübergehend Ruhe einkehren in einen Landesverband, der erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik den Einzug in ein Landesparlament verpasst hat.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken