Fußball-WM
Rückstand gedreht: Doppelpacker Undav schießt DFB-Team zum Sieg
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Deniz Undav: Vom Maschinenführer zum Fußballprofi
Videoclip • 01:25 Min • Ab 12
Die DFB-Elf hat sich in Toronto mit Mühe, Moral und einem überragenden Joker ins Achtelfinale gekämpft. Beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste drehte Deniz Undav nach Rückstand die Partie.
Das Wichtigste in Kürze
Deutschland hat den ersten echten WM-Härtetest gegen die Elfenbeinküste mit 2:1 gewonnen.
Matchwinner war Deniz Undav, der als Joker doppelt traf und das Achtelfinale vorzeitig perfekt machte.
Mit der Verletzung von Abwehrspieler Nico Schlotterback gibt es allerdings einen kleinen Wehrmutstropfen.
Deutschland hat den ersten echten Härtetest dieser WM bestanden und vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde gelöst. Beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste in Toronto wurde Joker Deniz Undav zum Matchwinner: Der Stürmer erzielte in der 68. Minute den Ausgleich und traf in der Nachspielzeit auch noch zum umjubelten Sieg. Bundestrainer Julian Nagelsmann feierte an der Seitenlinie frenetisch - und die DFB-Elf steht erstmals seit 2006 schon nach zwei Gruppenspielen in der Alles-oder-Nichts-Phase.
Dabei war schnell klar geworden, dass der Afrikameister von 2024 ein ganz anderes Kaliber sein würde als Auftaktgegner Curaçao. Zwar begann Deutschland dominant, spielte selbstbewusst nach vorn und kam früh zu Chancen durch Kai Havertz, Jamal Musiala und Felix Nmecha. Auch Aleksandar Pavlovic jubelte schon einmal, doch sein Treffer zählte wegen eines Fouls an Ivorer-Keeper Yahia Fofana nicht. Die deutsche Überlegenheit blieb damit zunächst ohne Ertrag.
Sorgen um Nico Schlotterbeck
Stattdessen schlug die Elfenbeinküste eiskalt zu. Nach einer starken Aktion des pfeilschnellen Yan Diomande landete der Ball über Amad bei Kapitän Franck Kessié, der in der 30. Minute zum 1:0 vollendete. Die deutsche Defensive wirkte in dieser Szene ungeordnet, Manuel Neuer war am Ende einer Fehlerkette machtlos. Für den Rekordtorwart, der mit seinem 21. WM-Einsatz Geschichte schrieb, war der Rückstand ein weiterer Dämpfer in einer zunehmend hitzigen Partie.
Auch danach tat sich die DFB-Elf schwer. Musiala sorgte zwar immer wieder für Tempo, doch eine weitere strittige Szene brachte zusätzlichen Frust: Ein deutscher Treffer durch Havertz wurde wegen eines vorangegangenen Fouls aberkannt, kurz darauf blieb ein Pfiff nach einem Einsteigen gegen Musiala aus. Nagelsmann reagierte sichtlich verärgert. Hinzu kam die verletzungsbedingte Auswechslung von Nico Schlotterbeck, der mit Problemen am linken Bein beziehungsweise Knie nicht weiterspielen konnte und zur Pause durch Antonio Rüdiger ersetzt wurde.
Nagelsmann mit goldenem Händchen bei Wechseln
Die Wende leitete schließlich der Bundestrainer selbst ein. Mit einem Dreifachwechsel nach einer Stunde brachte Nagelsmann frische Kräfte - darunter Undav, Jamie Leweling und Nadiem Amiri. Der Impuls wirkte sofort. Deutschland kam wieder zu Abschlüssen, erhöhte den Druck und belohnte sich in der 68. Minute: Nach einer Flanke von Amiri traf Undav eiskalt zum 1:1. Gegen die körperlich starken und bis dahin defensiv stabilen Ivorer war das der dringend benötigte Brustlöser.
Als vieles schon auf ein Remis hindeutete, schlug Undav erneut zu. In der vierten Minute der Nachspielzeit erzielte der Stuttgarter den Siegtreffer und sorgte für Ekstase bei Mannschaft, Trainerteam und Fans. Mit dem elften Sieg in Serie hat Deutschland nicht nur das Achtelfinale sicher, sondern auch beste Chancen auf Platz eins in der Gruppe. Gegen Ecuador reicht nun bereits ein Unentschieden. Überschattet wird der Erfolg allerdings von der Sorge um Schlotterbeck - sportlich aber sendete die DFB-Elf im ersten echten WM-Stresstest ein wichtiges Signal.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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