Vorsicht vor Biss

Nosferatu-Spinne in der Wohnung entdeckt? Das raten Experten

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Nosferatu-Spinne inzwischen bundesweit verbreitet

Videoclip • 01:14 Min • Ab 12


Sie ist zwar giftig, aber ihre Bisse sind für Menschen meist nur unangenehm: Verirrt sich eine Nosferatu-Spinne in Wohnräume, besteht keine Gefahr. Tipps für das richtige Entfernen des Tieres.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nosferatu-Spinnen in Wohnräumen sind für Menschen nicht gefährlich.

  • Sie sollten eingefangen, aber nicht berührt werden.

  • Ihr Biss kann die menschliche Haut durchdringen.

Die Nosferatu-Spinne ist eine der größten Spinnen, die es in Deutschland gibt. Zugleich ist sie eine der wenigen, deren Biss die menschliche Haut durchdringen kann. Die Spinne beißt aber nur bei direkter Bedrohung und ihr Gift ist für Menschen nicht gefährlich, so der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Falls es zu einem Biss kommt, sei er in etwa so schmerzhaft wie ein leichter Wespenstich. Zusätzlich könnten Kribbeln, Taubheitsgefühle, leichte lokale Schmerzen, Schwellungen und Rötungen auftreten. Diese Symptome dauerten jedoch meist nur wenigen Stunden an.

Wer eine Nosferatu-Spinne in der Wohnung entdeckt, sollte das Tier nicht töten, sondern mithilfe eines großen Behälters einfangen und ins Freie bringen. Um einen Biss zu vermeiden, die Spinne nicht mit der Hand berühren. "Erschlagen ist eine Option, die ich als Spinnenliebhaber nicht vorschlagen will, aber das beeinträchtigt die Population sicher auch nicht, Artenschutz ist hier nicht maßgeblich", sagte der stellvertretende Vorstand der Arachnologischen Gesellschaft und ehemalige Abteilungsleiter Biowissenschaften am Karlsruher Naturkundemuseum, Hubert Höfer, der Deustchen Presse-Agentur (dpa).

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Notfalls ab ins Gefrierfach mit der Nosferatu-Spinne

Falls zu viele der Spinnen in der Wohnung sind und getötet werden sollen, rät der Experte zur Gefrierfach-Methode. Dabei werden die Tiere in einem Glas gefangen und mitsamt Behälter ins Gefrierfach gestellt. Kommt es nach einem Biss zu auffälligen Hautreaktionen oder stärkeren Symptomen, sei ein Arztbesuch mit der erfrorenen Spinne als Beweis sinnvoll.

Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist nach Angaben des Nabu inzwischen in ganz Deutschland verbreitet. Besonders häufig ist sie in Baden-Württemberg. Sie ist knapp zwei Zentimeter lang und hat eine Beinspannweite von bis zu sechs Zentimetern. Sie wird häufig verwechselt mit der Hauswinkelspinne (Tegenaria atrica), schreibt "Ökotest". Diese sei ungefähr gleich groß, habe jedoch längere Beine und eine dunklere Farbe. Zudem sind Hauswinkelspinnen meist in ihrem Spinnennetz zu finden.


Nosferatu-Spinne baut kein Netz, sondern jagt

Die Nosferatu-Spinnen hingegen bauen kein Netz, so Höfer. "Vielmehr fangen sie ihre Beute, indem sie diese verfolgen und im Sprung überwältigen." Durch ihr Gift, einen robusten Körperbau und ihre Geschicklichkeit bei der Jagd werden die überwiegend nachtaktiven Tiere auch mit recht großer Beute fertig. "Mitunter überwältigt sie auch Hausspinnen, die zumindest in Bezug auf die Beinspannweite größer sind."

Die Nosferatu-Spinne zählt dpa zufolge zur Familie der Kräuseljagd-Spinnen, was eine Besonderheit sei. Die Kräuselfäden brauchen sie zum Bau des Ei-Kokons. Etwa 20 bis 50 Eier werden in ein etwa Zwei-Euro-Stück großes Gespinst eingewoben. Damit seien sie vor Feinden gut geschützt, so Höfer. Im Herbst ist die Haupt-Paarungszeit. Wenige Wochen später schlüpften die Jungspinnen. Nach fünf bis sieben Monaten sind sie ausgewachsen. Die Art ist Höfer zufolge trotz ihrer Größe einjährig. Die Weibchen könnten aber durchaus auch mal 1,5 Jahre alt werden, bevor sie sterben.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

oekotest.de: "Nosferatu-Spinne verbreitet sich: Wie reagiert man bei einer Begegnung richtig?"

nabu.de: "Giftiger Neubürger mit acht Beinen: Die harmlose "Nosferatu-Spinne" breitet sich aus"

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