"Habe mich täuschen lassen"
"Er lebt noch": Robert Marc Lehmann zieht Fazit zu Wal "Timmy"
Veröffentlicht:
von Momir Takac:newstime
Beteiligte: So kam Timmy aus der Barge
Videoclip • 01:16 Min • Ab 12
Robert Marc Lehmann half zeitweise bei der Rettung von Wal "Timmy". Eine Woche nach dessen Freilassung äußert sich der Biologe ausführlich.
Das Wichtigste in Kürze
Wie geht es dem freigelassenen Wal "Timmy" in der Nordsee?
Ob das Säugetier lebt, oder gestorben ist, ist unklar.
Robert Marc Lehmann hat den Fall Revue passieren lassen.
Der wochenlang in der Ostsee gestrandete Buckelwal "Timmy" ist irgendwo im Skagerrak wieder in Freiheit. Am 2. Mai wurde er von einer privaten Initiative in der Nordsee freigelassen. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen. Ob der Wal gestorben ist, wie es das Deutsche Meeresmuseum vermutet, ist unklar. Robert Marc Lehmann, der sich zunächst an der Rettung beteiligte, später aber zurückzog, hat jetzt ein Fazit gezogen.
Robert Marc Lehmann zieht Fazit zu Wal "Timmy" – "Er lebt noch"
Der Biologe hat bei YouTube ausführlich über den Fall gesprochen. In "Mein finales Video zum Buckelwal" äußerte sich Lehmann ausführlich zu Fehlern rund um die Rettung, sei es von den Medien, der Politik, oder von ihm selbst. So räumt er etwa ein, sich bei der Überlebenschance geirrt zu haben.
Noch bevor er "Timmy" sah, taxierte er diese auf 0,1 Prozent. "Als ich das Tier gesehen habe, es erlebt habe, ihm in die Augen geschaut habe und gesehen habe, wie viel Energie der hat und wie viel Lebenswillen der hat, habe ich gedacht, krass, habe ich mich täuschen lassen, von den Medien, von den Experten und den Bildern, die ich gesehen habe. Ich lag komplett falsch", erklärte er bei YouTube. "Ferndiagnose, Diagnose durch die Hose ist Quatsch", resümierte er.
Lehmann kritisiert Medien und Backhaus scharf
An Medien und Behörden übt er scharfe Kritik. Er habe sich nach einem 15-Stunden-Tag hinreißen lassen, zwei Stunden mit einem Journalisten zu reden. Doch dieser habe "nur Lügen über mich aufgeschrieben", beklagte Lehmann. Viele andere Medien hätten das dann abgeschrieben, "keiner hat recherchiert". Der Biologe berichtete auch von Hassnachrichten gegen ihn und seine Familie.
Nicht gut weg kam auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Er habe oft mit ihm telefoniert und über die Walrettung gesprochen. Eine Sache stößt ihm aber besonders übel auf. Er habe ihm einmal gesagt, er könne Freitag, Samstag und Sonntag kommen und helfen, ab Montag habe er aber keine Zeit. "Da stellt er sich vor die Presse, als der weiß, dass ich nicht mehr kann, und sagt: ,Wenn der Herr Lehmann es wirklich ernst meinen würde, dann wäre er jetzt hier.' Wo er wusste, dass ich nicht mehr kann", echauffierte sich Lehmann.
Lehmann: "Deutschland hat bei diesem Wal Verstand komplett verloren"
Der Fall "Timmy" sei gesellschaftspsychologisch etwas Neues gewesen. Sein Gefühl sei, dass "Deutschland bei diesem Wal komplett seinen Verstand verloren" hat. Dennoch glaubt er trotz fehlender Signale des angebrachten Senders, dass "Timmy" nicht gestorben ist. "Er lebt noch", sagt Lehmann am Ende mehrmals. Es klingt, als würde er singen.
Verwendete Quelle:
"Mein finales Video zum Buckelwal" auf youtbe.com
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