Festnahme im Gebüsch
Bei Eschweiler: Bodycam dokumentiert Zugriff auf Strom-Saboteur
Veröffentlicht:
von Fabia Söllner:newstime
Reparaturarbeiten nach möglicher Strom-Sabotage
Videoclip • 30 Sek • Ab 12
Spektakulärer Zugriff nahe dem Kraftwerk Weisweiler: Eine Bodycam zeigt die Festnahme des mutmaßlichen Strom-Saboteurs. In seinem Umfeld fanden Ermittler:innen Hinweise auf mehr als 160 mögliche Anschlagsziele.
Das Wichtigste in Kürze
Zwei Autobahnpolizisten haben den Verdächtigen nahe dem Kraftwerk Weisweiler gefasst.
Ein Bodycam-Video zeigt, wie sich der 48-Jährige widerstandslos festnehmen lässt.
Ermittler fanden Hinweise auf mehr als 160 mögliche Sabotageziele.
Eine Bodycam-Aufnahme zeigt die Festnahme des 48-jährigen Daniel V., der im Verdacht steht, mehrere Sabotageakte gegen die deutsche Stromversorgung vorbereitet oder verübt zu haben. Inzwischen hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen.
Der Zugriff gelang nahe Eschweiler, wie unter anderem die "Bild" berichtet. Zwei Autobahnpolizisten hatten an einem Feldweg neben der A4 niedergedrücktes Gras entdeckt und waren der Spur gefolgt. Rund 200 Meter weiter fanden sie ein gut getarntes Zelt – darin befand sich der Gesuchte.
Das Video zeigt, wie ein Beamter seine Waffe zieht und den Mann auffordert, sich auf den Boden zu legen. Daniel V. leistet keinen Widerstand und lässt sich fesseln.
Versteck nahe dem Kraftwerk Weisweiler
Das Zelt lag nur etwa 750 Meter vom Kraftwerk Weisweiler entfernt und war mit Ästen und Laub getarnt. Zuvor hatten Einsatzkräfte das Gebiet bereits mit Hubschraubern und Drohnen abgesucht.
Auch sein Aussehen soll der Verdächtige verändert haben. Nach Polizeiangaben hatte er seine Haare abgeschnitten und trug eine andere Brille. Besonders spannend ist ein Fund im Wohnmobil des Verdächtigen: Dort entdeckten Ermittler:innen laut NRW-Innenminister Herbert Reul ein Notizbuch mit Hinweisen auf mehr als 160 frühere oder mögliche künftige Sabotageziele.
Zudem soll Daniel V. weitere Lagerorte genannt haben. Mehrere davon werden derzeit überprüft.
Die Festnahme des mutmaßlichen Strom-Saboteurs - gefilmt von einer Bodycam.
Bild: --/Polizei Nordrhein-Westfalen/dpa
Angriffe auf Hochspannungsleitungen
Der 48-Jährige soll mit selbst gebauten Vorrichtungen versucht haben, Hochspannungsleitungen kurzzuschließen. Die mutmaßlichen Tatorte liegen unter anderem in Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.
Kurz vor seiner Festnahme war am Kraftwerk Weisweiler erneut eine Abschussvorrichtung entdeckt worden. Eine Rakete verfehlte jedoch die Stromleitung, sodass kein größerer Schaden entstand.
Daniel V. sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittler:innen prüfen nun, ob hinter den bisherigen Anschlägen ein größer angelegter Plan gegen die deutsche Energieinfrastruktur steckte.
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Verwendete Quellen:
Bild: "Bodycam-Video zeigt Festnahme des Strom-Terroristen"
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