Wegen Stärke der AfD

Sänger "Monchi" Gorkow rechnet bei "Hart aber fair" mit der Politik ab

Veröffentlicht:

von teleschau - Natascha Wittmann

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AfD jetzt mit Rekordvorsprung vor Union

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


Bei "Hart aber fair" fand Jan "Monchi" Gorkow deutliche Worte zum Stimmungstief im Osten. Statt ständig nur das Negative zu betonen, brauche es mehr Realismus in der Debatte. Als es um Ost-West-Unterschiede ging, platzte dem Feine-Sahne-Fischfilet-Sänger schließlich der Kragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei "Hart aber fair" ging es um den Frust vor den Ost-Wahlen.

  • Musiker Jan "Monchi" Gorkow kritisierte die politische Schwäche der Konkurrenz.

  • Ein Kommunalpolitiker schilderte dazu die Probleme vor Ort.

Bei "Hart aber fair" ging es am Montagabend um eine Frage, die viele gerade vor den Ost-Wahlen umtreibt: "Woher kommt der Frust im Land?" ARD-Moderator Louis Klamroth versammelte dafür Gäste, die sehr unterschiedlich auf Politik und Stimmung im Land schauen - vom Musiker bis zum Kommunalpolitiker. Jan "Monchi" Gorkow, Sänger von Feine Sahne Fischfilet, lieferte direkt eine Diagnose zur AfD. Dass die Partei in Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern so stark wirke, liege laut Gorkow nicht daran, dass sie unaufhaltsam sei, "sondern weil die anderen so schwach sind". Klamroth nahm den Ball auf und wollte wissen, ob die Politik überhaupt kapiere, "was die Menschen brauchen".

Journalist Nikolaus Blome machte daraus eine Grundsatzkritik und betonte: "Das System funktioniert nicht mehr. Dieses System von Bürokratie (...) funktioniert nicht mehr, weil es nicht liefert, was es liefern soll. (...) Das können Sie den Leuten nicht mehr erklären!" Auch Luca Piwodda, ehrenamtlicher Bürgermeister von Gartz (Oder) in Brandenburg, schilderte, wie hart die Realität vor Ort sei. Laut Piwodda brauche es mehr "Kraft und auch Kompetenzen" in der Kommunalpolitik, "weil da ja wirklich gemerkt wird, ob die Demokratie eben funktioniert". Für ihn sei "die kommunale Ebene" der "wichtigste Stimmungstest für die Demokratie".


Sänger Jan "Monchi" Gorkow: "Dieses Gemeckere, es kotzt mich ja selber an"

Louis Klamroth fragte prompt nach, ob es manchmal vielleicht sogar ein Vorteil sei, nicht zu den klassischen Parteien zu gehören: "Ist es erfolgversprechender, wenn man sich von den etablierten Parteien abgrenzen kann?" Luca Piwodda reagierte ehrlich: "Auf jeden Fall." Er erklärte, es habe ihm wohl geholfen, nicht zur SPD oder zur CDU zu gehören. Der Grund? Laut Piwodda seien die etablierten Parteien "ein Produkt des 20. Jahrhunderts" und passten nicht mehr richtig ins 21. Jahrhundert.

Sie seien "organisatorisch total in der Zeit stehen geblieben. (...) Sie wissen nicht, wie man Menschen begeistern kann (...) und auch in den Strukturen halten kann". Sein knallhartes Urteil: "Sie sind wirklich wie so eine Art Dinosaurier, die einfach nicht verstanden haben, wie die neue Zeit funktioniert. Und dadurch entsteht eben ein großes Vakuum, was bisher nur durch die AfD aufgefüllt wird."

Musiker Jan "Monchi" Gorkow kritisierte in dem Zusammenhang, dass die traditionellen Parteien häufig wie ein "Kasperletheater" wirkten, während die AfD "ein gemeinsames Ziel" verfolge. Den Wählern sei das Programm dabei "größtenteils wirklich egal".

"Die Leute wählen nicht nach Argumenten, sondern nach Emotionen", so der Sänger. Gleichzeitig ging er hart mit der AfD-Kommunikation ins Gericht und sagte: "Die AfD schafft es halt die ganze Zeit, die Leute in so eine Depression reinzureden. Und dieses Gemeckere, es kotzt mich ja selber an!" Nikolaus Blome ergänzte derweil, die AfD stifte bei vielen ein Zugehörigkeitsgefühl: "Das ist vielleicht ganz menschlich, so etwas zu suchen in einer Zeit, die sich halt turbulent bewegt."

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Jan "Monchi" Gorkow: "Wir haben Riesen-Glück gehabt, hier geboren worden zu sein"

Zum Ende fokussierte sich die Runde vor allem auf die Ost-West-Debatte. Nikolaus Blome meinte dazu: "Die AfD hat es geschafft, so ein Ost-Bewusstsein noch mal neu zu generieren." Jan "Monchi" Gorkow reagierte genervt und sagte, dass es für ihn eher "eine Diskussion zwischen Stadt und Land" sei. In dem Zusammenhang bezeichnete er "das Gejammer" im Osten als "unerträglich". Laut Gorkow gebe es "natürlich Unterschiede" und "genug Probleme", aber niemand müsse so tun, "als wenn wir jetzt in Bangladesch leben". Für den lautesten Applaus sorgte sein Schlusssatz: "Wir haben Riesen-Glück gehabt, hier geboren worden zu sein - ob im Osten oder im Westen. Punkt!"

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